Samstag, 24. September 2016

Achter Lauf der Oberland Challenge 2016

Und schon sind wieder 2 Wochen rum und somit stand heute der achte Lauf der Oberland Challenge auf dem Programm. Trainiert habe ich seit Sachsenkam nur zweimal, da ich diese Woche alleine im Büro war und daher bis 17 Uhr arbeiten durfte. Auch den Lauf in Moosham bin ich schon mehrmals mitgelaufen, aber nachdem sie jetzt die Strecke verlängert haben, war ich gespannt auf die neue Route. Schon vorher war das Rennen anstrengend gewesen, da es über Feld- und Waldwege ging und nicht gerade flach war.

Auf 13 Uhr war der Start angesetzt, allerdings fuhr ich erst um 11:25 Uhr, schaffte es aber dennoch rechtzeitig dort zu sein und mich warmzulaufen. Das Wetter war gut, es schien die Sonne, mit um die 20 Grad war es teilweise zu heiß. Auf die Getränkeflasche verzichtete ich wieder und lief lieber mit MP3-Player. Mit Musik bin ich einfach schneller. Nachdem ich schon häufiger bei dem Lauf gewesen bin, war mir die Fahrt dorthin bekannt und so kam ich entspannt dort an. Auch meine Runde zum Warmlaufen war noch die gleiche.

Um 13 Uhr war der Start, allerdings lief es etwas unstrukturiert ab. Ich hab mich frühzeitig in Richtung Startlinie begeben, aber es wirkte noch nicht so, als würde es gleich losgehen. Auch die anderen Läufer waren noch unsortiert. Der Mann mit dem Mikrofon im Hintergrund sagte, dass das Rennen in 3 Minuten losgeht. Der Starter vorne zeigte seinen Daumen und meinte: „Noch 1 Minute.“ Dann hat er von 5 Sekunden runtergezählt und es ging los. Dadurch stand ich sehr weit vorne und bin auch gut durch die erste Kurve gekommen. Die Läufer vor mir waren alles Läufer, die normalerweise deutlich schneller sind als ich. Also versuchte ich nicht mit den ganz schnellen mitzuhalten, sondern mit einer, die etwas schneller lief als ich.

Der erste Teil der Strecke war gleich geblieben, der zweite neu, aber ähnlich aufgebaut wie der erste. Auch dort war eine längere Steigung drin, aber heute ging es bergauf gut bei mir. Zwischendurch überholten mich ein Läufer und zwei Läuferinnen und an den beiden Frauen versuchte ich dranzubleiben, was mir auch halbwegs gut gelang. In der zweiten Runde mussten wir die eine ziehen lassen, aber die zweite konnte ich beim letzten längeren Anstieg abhängen. Laut meiner Uhr bin ich die Strecke in 1:10:15h gelaufen, was deutlich besser ist als gedacht. Im Training laufe ich ungefähr 15 km in einer Zeit zwischen 1:16h und 1:19h. Von den Höhenmeter war es heute wohl auch schwerer. Da merkt man wieder, was es ausmacht, wenn man jemanden hat, der einen zieht.

Nachdem ich in Sachsenkam Dritter meiner Altersklasse geworden war, aber vor der Siegerehrung gefahren bin, dachte ich, dass ich heute eventuell diese Platzierung hätte schaffen können. Also blieb ich dort, bin aber leider nur Vierter geworden. Daher habe ich 1 ½ Stunden umsonst gewartet. Die Ergebnisse sind bis jetzt leider noch nicht online, mal sehen, ob ich in der Gesamtwertung noch eine Chance auf einen Podiumsplatz habe.

Das heute war für mich der letzte Wettkampf dieses Jahr. Am 2. Oktober ist noch der Stadtlauf in Wolfratshausen, aber ich werde das komplette Wochenende mal wieder mit dem Radsportverein in Bassano del Grappa sein. Nächstes Jahr will ich noch fitter sein und mit weniger Gewicht in die Saison starten. Bei Google habe ich mir schon eine Verlängerung meiner Trainingsstrecke angeschaut und würde dann auf ungefähr 17 Kilometer kommen. Mal sehen, wann ich die Runde laufen werde. Jetzt, wo es endlich kühler wird, macht das Laufen auch wieder mehr Spaß. 25 - 30 Grad sind beim Laufen nichts für mich.

Mittwoch, 21. September 2016

Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin

Nachdem ich über die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern nichts geschrieben habe, wollte ich zumindest etwas zu den Wahlen in Berlin etwas sagen. Erfreulich ist, dass die Wahlbeteiligung gestiegen ist und auch wenn viele vorherigen Nichtwähler die AfD gewählt haben, macht es Hoffnung, dass die Demokratie noch lebt und die Bürger daran teilnehmen. Überraschend ist das Ergebnis nicht, das meiste war vorhersehbar. Das SPD und CDU so abstürzen, jeweils um die 6 %, ist zum einen der Situation in Deutschland allgemein geschuldet, anderseits liegt es auch an Themen in Berlin. Die überforderten Ämter, die maroden Schulen, steigende Mieten kann man der Koalition zuweisen. Die Spitzenkandidaten, vor allem Henkel (CDU), sind nicht unbedingt mitreißende Persönlichkeiten.

Die Grünen haben etwas verloren und wurden von den Linken überholt. Bei den Linken hat mich der Zuwachs gewundert, denn in letzter Zeit habe ich sie auch eher auf dem absteigenden Ast gesehen. Die FDP hat den Einzug ins Abgeordnetenhaus wieder geschafft und man sieht, dass es doch eine liberale Partei in der Parteienlandschaft braucht. Die Piraten haben richtig verloren, aber das war schon seit Jahren absehbar. Seit dem Einzug vor 5 Jahren haben sie eher mit Streitigkeiten auf sich aufmerksam gemacht. Natürlich weiß ich nicht, wie es vor Ort war, aber als Ortsfremder war es klar, dass diese Partei, die sich genüsslich selbst zerlegt hatte, keine Zukunft mehr hat. Größter Gewinner, wie schon in Mecklenburg-Vorpommern und den Wahlen davor, war die AfD.

Die 14,2 % überraschen nicht. Es war klar, dass sie in Berlin keine 20 % bekommen, anderseits aber, dass sie über 10 % bekommen. Viele Wähler sind von der CDU abgewandert, die unter Merkel nicht mehr den demokratischen rechten Rand besetzt. Diese Lücke füllen nun Teile der AfD und sind daher für die Rechtskonservativen wählbar. Natürlich wählen sehr viele die AfD, weil sie nicht mit der Flüchtlingspolitik der Regierung einverstanden sind. Wahlhelfer der AfD ist die CSU, die ihre Schwesterpartei bei diesem Thema attackiert und daher Wähler wegtreibt, die außerhalb von Bayern dann die AfD wählen und nicht die CDU.

Die CSU wird damit weitermachen und sich noch weiter nach rechts bewegen. Ihr Generalsekretär, der Rassist Andreas Scheuer, macht diesen Rassismus weiter hoffähig, wenn er öffentlich zugibt, dass er selbst integrierte Ausländer nicht langfristig in Deutschland haben will. Zumindest wenn sie keine Arier sind, sondern „Neger“, wie es sein Parteikollege Hermann ausdrücken würde. Solange solche Sprüche aus einer vorgeblich demokratischen und christlichen Partei kommen, solange wird sich die Fremdenfeindlichkeit weiter ausbreiten. Die CSU nutzt dies aus, um in Bayern die 50 % versuchen zu überspringen. Was sie für einen Schaden anrichtet, ist ihr entweder nicht bewusst oder es ist ihr egal, da sie sich mittlerweile wohl eher mit der AfD als mit der CDU verbünden würde.

Die AfD muss aber nun zeigen, ob sie sich an der Demokratie wirklich beteiligen will, oder ob sie noch weiter in den braunen Sumpf herabsteigt und Abgeordnete wie Kay Nerstheimer, auch einen ausgewiesenen Ausländerhasser, in ihren Reihen haben möchte. Petry hat sich nach rechts gewandt, um Lucke loszuwerden und muss nun mit dieser neuen Ausrichtung klarkommen. Wahrscheinlich ist ihr das aber gar nicht so unangenehm. Sie wird auf alle Fälle weiter mit dem Feuer spielen.

Die nächsten Wahlen gibt es nächstes Jahr im Saarland am 26. März, in Schleswig-Holstein am 7. Mai und in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai. Danach folgt die Bundestagswahl im September 2017. Wenn sich die Stimmung in Deutschland wieder ändert, können dann die Wahlergebnisse schon wieder anders aussehen.

Sonntag, 18. September 2016

Brauchen wir eine Fußball-Superliga?

Zerstört die Champions-League-Reform den Fußball? In den letzten Tagen konnte man viel von dieser Reform lesen, zum Beispiel bei Sport1 (http://www.sport1.de/fussball/champions-league/2016/08/uefa-reformiert-champions-league-vier-startplaetze-fuer-bundesliga). Was diese Reform für den Fußball bedeuten könnte, beantworten unter anderem 11 Freunde (http://www.11freunde.de/artikel/wie-die-champions-league-reform-den-fussball-zerstoert) oder die Schweriner Volkszeitung (http://www.svz.de/sport/fussball/champions-league-reform-wird-zum-streitthema-id14780741.html).

Und was halte ich von dieser Reform? Einfach gesagt: Nichts.

Natürlich stellt sich die Frage, ob Spiele wie Bayern – Rostow oder BVB – Warschau interessant sind, aber warum kommen diese Ergebnisse zustande? Wieder eine einfache Antwort: Weil die deutschen Vereine deutlich mehr Geld zur Verfügung haben, als die beiden anderen. Dadurch haben sie mehr Erfolg, bekommen wieder mehr Geld und werden noch überlegener. Schon jetzt gibt es kaum noch Überraschungen in der Champions-League. Wie sahen denn die Halbfinals der letzten 5 Jahre aus? 10 spanische, 6 deutsche, 3 englische und 1 italienischer Verein. Und diese 4 Länder sollen dann 4 feste Startplätze bekommen. Wird sich dann an den Halbfinals etwas ändern? Wann gab es die letzte richtige Überraschung in einem Halbfinale? 2009/2010 Lyon und 2004/2005 Eindhoven. Und sonst? Letztes Jahr Gent im Achtelfinale. Was für eine Aufregung. Vorletztes Jahr Basel. Vor 3 Jahren Piräus. Und vor 4 Jahren Galatasaray sogar im Viertelfinale. Schon jetzt gibt es keine Außenseitersiege mehr. Schauen wir bei den Siegern noch weiter zurück: 1991 Roter Stern Belgrad, 1988 Eindhoven, 1986 Bukarest. So etwas ist doch schon seit Jahren nicht mehr möglich.

Und die großen Vereine wollen natürlich auch, dass es so bleibt, und wollen daher, dass sie deutlich mehr Geld bekommen, als die Kleinen und sich auch am Anfang gegenseitig aus dem Weg gehen. Natürlich haben sich die Vereine den Erfolg auch verdient, aber muss dieser Zustand so zementiert werden? Die Hälfte der Vereine in der Champions-League sollen aus 4 Ländern kommen. Ist das fair? Und ist das dann noch eine „Champions-League“, wenn nur circa 60% der Gruppenteilnehmer Meister geworden sind? Klar ist auch, ein Zurück zum alten Modus wird es nicht geben. Aber ist die neue Reform wirklich gut oder zerstört sie den Fußball? Momentan sehen es die großen Vereine natürlich positiv, dass sie noch mehr Geld bekommen und die Kluft zwischen den anderen Vereinen in den Ligen größer wird. Aber irgendwann wird es dann auch zum Erwachen kommen.

Bayern ist momentan in Deutschland nicht zu Schlagen, selbst der BVB hat nicht die Mittel dazu. Und dann kann es auch mal dazukommen, dass ein arrogantes A…loch des FC Bayern sagt, dass die Trainingsspiele teilweise schwerer sind als die Ligaspiele. Schaut man sich mal die Durchschnittsgehälter an, sieht man, dass die Spieler des FC Bayern mehr als Doppelt so viel verdienen, wie die des nächsten Vereins. Natürlich müssen sie daher auch besser sein. Aber es wird sich daran auch nichts ändern. Momentan sind die Spiele des FC Bayern noch ausverkauft, aber wenn die gegnerischen Fans keine Lust mehr haben, solche hohen Niederlagen ihres Vereins zu sehen, werden die Fans irgendwann wegbleiben.

Bei SPON (http://www.spiegel.de/sport/fussball/diese-champions-league-braucht-niemand-pro-europaliga-kommentar-a-1112475.html) kam auch schon die Forderung nach einer Pro-Europaliga, allerdings aus anderen Gründen. Für mich kann das mittlerweile nur noch die Lösung sein. Eine Superliga, die aus 20 europäischen Vereinen besteht, die nicht mehr in ihrer Liga spielen. Die Spiele würden ebenfalls am Wochenende stattfinden, in den nationalen Pokalwettbewerben sollten sie noch teilnehmen. Zusätzlich sollte es noch 2 2. Superligen geben, auch mit jeweils 20 Mannschaften. Wie in den normalen Ligen auch, sollte es Auf- und Absteiger geben, also vielleicht jeweils 4 Mannschaften. Die 3 Ligen der Supenligen könnten auch einen eigenen Pokal spielen, der zeitgleich mit einem Europa-Pokal der kleinen Vereine ausgespielt wird. Die 8 besten Mannschaften des kleinen Europa-Pokals würden dann in die zweiten Ligen aufsteigen. Dies hätte einen großen Vorteil, wie es auch Spon ausdrückt: „Wie viele deutsche, englische oder bulgarische Klubs in einer solchen Europaliga spielen, das würde sich auf Dauer nicht über Uefa-Quoten regulieren, sondern rein sportlich. Genau so sollte es im Fußball sein.“

Wer sollte an diesen Supenligen teilnehmen? Ich würde da das UEFA-Ranking nehmen (http://de.uefa.com/memberassociations/uefarankings/club/). Die 20 besten Mannschaften spielen in der 1. Superliga, die 40 nächsten in den 2. Superligen. Es wäre dann noch die Überlegung, ob es nur, zum Beispiel, 10 Mannschaften eines Landes in diesen Superligen geben dürfte. Die Spielerbelastung wäre dann etwas reduziert und aufsteigen könnten nur noch die nationalen Meister. Da würde ich für die großen Länder auch keine Ausnahmen machen. Somit würden dann auch kleinere Vereine in einer der 2. Supenligen spielen und die Schere wäre dann nicht so groß. Die Spieler der großen Vereine könnten sich untereinander messen und in den nationalen Ligen würde es wieder mehr Spannung geben. Die Anzahl der Derbys würde wahrscheinlich gleich bleiben, aber von den Spielern der großen Vereine interessieren Derbys sowieso kaum noch. Einem, nur als Beispiel, Renato Sanches ist es doch völlig egal, ob er gegen Augsburg als bayerisches Derby oder gegen Mainz spielt.

Das Thema werde ich sicherlich noch häufiger anschneiden, für heute sollte es das erst einmal gewesen sein. Nun vergnüge ich mich mit Berichten über den HSV und Werder Bremen. Spaß muss sein.

Sonntag, 11. September 2016

Rezension zu „Schreib den verdammten Roman“ von Stephan Waldscheidt

Unter https://www.autorenwelt.de/magazine/magazine-bestellen gibt es derzeit ein Autoren-Sommerpaket zu kaufen und bei 19,90 € habe ich zugeschlagen, da ich eigentlich zu wenig Bücher über das Schreiben habe. Als erstes habe ich mir das Buch von Stephan Waldscheidt vorgenommen, da ich dachte, dass es am hilfreichsten wäre. Nach 105 Seiten habe ich aber abgebrochen und daher fällt diese Rezension sehr schlecht aus.

Was soll dieses Buch?

Das ist mal wieder ein Buch, das ich abgebrochen habe. Als ich es angefangen habe zu lesen, habe ich gehofft, zumindest ein wenig wissenswertes über das Schreiben eines Romans zu bekommen, wurde aber dabei arg enttäuscht. Das „Anti-Ratgeber“ auf dem Cover hätte mich gleich abschrecken sollen, denn genau so ein Buch ist es.

Das Buch ist in viele einzelne Kapitel aufgeteilt, die meisten 1-2 Seiten lang und leider nicht aufeinander aufgebaut. In diesen Kapiteln geht es zum Beispiel um Ironie (S. 67), Fremdwörter (auch S. 67) oder den ersten Satz (S. 95). Am Anfang steht ein Zitat, dann ein kurzer Text, ein Merksatz, manchmal dann noch ein kurzer Text und wieder ein Merksatz.

Der Autor hat versucht einen Ratgeber einfach umzudrehen und das ganze auch noch humoristisch zu verpacken. Ich persönlich finde, dabei ist er komplett gescheitert. Am Anfang, also die ersten maximal 10 Seiten, konnte ich noch darüber schmunzeln, danach fand ich es nur noch anstrengend und später lächerlich. Ich habe dennoch probiert, das Buch durchzulesen, um vielleicht etwas Interessantes zu entdecken, musste aber nach 105 Seiten abbrechen.

Für wen wäre das Buch etwas? Für Anfänger, die ihren ersten Roman schreiben wollen, sicherlich nicht. Dieser Anti-Ratgeber wird nicht weiterhelfen. Für Autoren, die schon länger schreiben, eigentlich nur, wenn sie einen ähnlichen Humor wie Waldscheidt haben. Für Leser, die etwas humoristisches Lesen wollen, wohl auch nicht, denn als Nicht-Autor versteht man wahrscheinlich nicht alles. Daher frage ich mich, für wen dieses Buch gedacht war und kann die Frage nicht beantworten.

Auch das Cover finde ich misslungen. Schon 2006 sollte klar gewesen sein, dass Rauchen nicht cool ist und als Coverbild ohne Bezug zum Thema finde ich es daher komplett ungeeignet.

Das Buch bekommt von mir daher nur 1 Stern und ich kann es nicht weiterempfehlen.

Ich habe zwar das Lesezeichen im Buch gelassen, wage aber zu bezweifeln, dass ich es noch einmal anfassen werde. Ich habe dann bei Amazon kurz einen Blick in andere Bücher von Waldscheidt geworfen, da ich mal überlegt habe, welche von ihm zu kaufen. Nachdem der Schreibstil dort aber so ähnlich ist und ich die Coverbilder  billig finde, werde ich diese Bücher sicherlich nicht kaufen. Ob ich die anderen beiden Bücher, die im Paket waren, lesen, weiß ich noch nicht. Es stellt sich für mich die Frage, aktuelle Bücher zu lesen, die noch im Regal warten, oder Bücher über den ersten Weltkrieg, um für meinen alternativweltgeschichtlichen Roman zu recherchieren. Da werde ich die Woche mal in mich gehen.

Samstag, 10. September 2016

Siebter (Korrektur) Lauf der Oberland Challenge 2016

Wie letzten Samstag angekündigt war heute der nächste Lauf der Oberland Challenge und zwar der siebte. Letzten Samstag habe ich auch vom siebten Lauf gesprochen, aber das war erst der sechste. Da bin ich etwas durcheinandergekommen.

Den Lauf in Sachsenkam bin ich schon häufiger mitgelaufen und so war er mir gut bekannt. Trainiert habe ich unter der Woche nur Dienstag etwas mit dem Fahrrad. Dafür konnten sich meine Beine vom Berglauf regenerieren. Der Wetterbericht sagte 23 Grad vor und nachdem es auf der 2,3km einen kleinen Anstieg gibt, wusste ich, dass es sehr anstrengend werden würde.

Zur Mittagszeit fuhr ich zu Hause los und kam früh genug in Sachsenkam an, um ausnahmsweise etwas näher am Friedhof parken zu können. Das Auto zeigte 26 Grad an, aber dennoch entschied ich mich gegen die Wasserflasche und für den MP3-Player. Beim Berglauf  hat die Flasche irgendwie gestört. Nachdem ich meine Startunterlagen abgeholt hatte, machte ich mich warm, und zog mich um, bevor ich wieder zum Sportplatz ging.

Ich habe mich in der Zeit geirrt, war schon um 15 Uhr startklar, angesetzt war der Lauf aber erst auf 15:20 Uhr. Dann ging es aber los und die zwei Läufer, die meine „Pacemaker“ waren, waren auch dabei. Beim Start wurde ich allerdings eingeklemmt und fiel etwas zurück. Nachdem ich aber links überholen konnte, war ich am ersten „Pacemaker“ dran und sah die zweite vor mir. Nach dem ersten kleinen Anstieg überholte ich den einen und nach dem zweiten Anstieg und dem Gefälle auch die „Pacemakerin“. Sie kannte die Strecke wohl nicht und hatte nach den 2 Kilometer wohl etwas müde Beine.

Nach der ersten Runde hatte ich keinen Läufer direkt vor mir und auch hinter mir war wohl eine kleinere Lücke. Also lief ich mein Tempo weiter und nach der zweiten Runde war ich bei ungefähr 19 Minuten. 10 Minuten für die letzten 2,3 Kilometer schien mir etwas utopisch zu sein, denn langsam merkte ich meine Beine. Ich muss dringend mein Laufstil bergab umstellen, zum einen, um die Gelenke zu schonen, zum anderen, um nicht zu schnell zu ermüden. Die dritte Runde ging aber trotzdem ganz gut, auch wenn ich keinen Läufer vor mir hatte, der mich hätte ziehen können. Bei der Stadionrunde gab ich auf dem Rasen noch mal Gas und laut meiner Uhr lief ich nach 29:25 Minuten durchs Ziel. Das war besser als erwartet und 3 Minuten schneller als letztes Jahr. Fit bin ich jetzt anscheinend doch. Jetzt noch paar Kilos weniger und es wäre noch besser. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit dem Lauf.

Der nächste Lauf ist am 24. September, der Mooshamer Waldlauf, zum ersten Mal ein Extremlauf. Mittlerweile ist auch ein Streckenplan online (http://scmoosham.de/images/Waldlauf/2016/15000N.jpg) und die 15 Kilometer haben mich doch etwas geschockt. Letztes Jahr waren es nur 8 gewesen. Ich trainiere zwar auch immer 15 Kilometer, aber der Wettkampf ist sicherlich anstrengender. Da muss ich am Freitag und Sonntag noch mal meine Runde trainieren. Es wird aber interessant, wie die Verlängerung aussehen wird. So wie ich die Gegend dort einschätze, könnte es hügelig werden. Schaun mer mal.

Donnerstag, 8. September 2016

Rezension zu „Russland verstehen“ von Gabriele Krone-Schmalz

Mit dem Buch war ich auch schnell durch. Donnerstagabend angefangen und Sonntag in der Mittagspause durchgelesen. Das Buch war interessant und ließ sich schnell durchlesen. Allerdings fällt meine Rezension dennoch nicht so positiv aus:

Ein einseitiges Buch über die Meinung der Autorin

Ich habe mir zuerst „Putins kalter Krieg“ von Markus Wehner gekauft, einen Tag später aber auch dieses Buch, um beide Seiten näher kennenzulernen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht ganz ohne Vorurteile an dieses Buch herangegangen bin, da mir bewusst war, dass Gabriele Krone-Schmalz eher Putin zugewandt ist. Dennoch wollte ich mehr über ihre Ansichten lesen.

Das Buch habe ich innerhalb von drei Tagen durchgelesen, es ist gut geschrieben und daher leicht zu lesen. Was mir aber nach wenigen Seiten schon aufgefallen ist, ist das die Autorin sehr häufig die Wörter „ich“ und „mir“ gebraucht. Ich habe schon viele Sachbücher gelesen, aber nur ganz wenige, die so „ich-bezogen“ geschrieben waren. Es macht auf mich den Eindruck, als suche die Autorin damit eine Bestätigung, dass sie wirklich eine Russland-Expertin sei und daher Ahnung hat, von dem, was sie schreibt. Ich empfand dies aber eher als störend.

Fachlich habe ich einige neue Dinge erfahren, die ich vorher nicht wusste, wie zum Beispiel zu den Krisen 1991 und 1993 in Russland und warum Putin 1991 den Dienst quittiert hatte. Allerdings lässt die Autorin einige Dinge auch weg und lässt mich als Leser mit Fragen zurück. Als Beispiel nenne ich mal die Abstimmung auf der Krim. Gabriele Krone-Schmalz schreibt dazu, dass russische Soldaten dafür sorgten, dass ukrainische Soldaten das Referendum nicht verhindern konnten, da sich nicht aus ihren Kasernen konnten. Meine Fragen: Darf ein Staat dies bei einem anderen souveränen Staat machen? Dürfte Österreich also in Südtirol einmarschieren und somit eine Volksbefragung durchführen? Ist die Abstimmung noch frei, wenn Soldaten aus einem anderen Land mit Waffen vor den Wahlkabinen stehen?

Störend ist auch, dass die Autorin häufig „Separatisten und Armee“ zitiert und immer wieder fragt, warum „ukrainische“ vor „Armee“ weggelassen wird. Warum sollte man es auch jedes mal schreiben? Es sollte doch eigentlich klar sein, da es bei diesen Kämpfen nur die ukrainische Armee gibt beziehungsweise gab. Oder gab es noch eine andere Armee, von der die Autorin weiß? Etwa die russische? War die russische Armee an Kämpfen in der Ostukraine beteiligt oder warum sollte man immer wieder „ukrainisch“ schreiben?

Das Buch ist sehr einseitig geschrieben, es gibt kaum negatives über Russland oder Putin. Die Fakten stimmen zwar, so weit ich es nachprüfen konnte, aber andere Dinge werden weggelassen, wenn sich diese negativ auf Russland auswirken würden. Der Ausblick liest sich für mich wie eine Selbstbeweihräucherung der Autorin und es zieht sich wie ein roter Faden durchs Buch, dass sie eigentlich immer nur sich selbst zitiert.

Von mir bekommt das Buch daher nur 2 Sterne.

Auch andere Dinge sind mir aufgefallen, die ich aber nicht in dieser Rezension schreiben wollte. Eine Frage, die ich mir nach dem Lesen des Buches stelle, ist, warum der Zusammenbruch der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg sei. Die Sowjetunion war wirtschaftlich am Ende, selbst alte, ausgemusterte Produktionsanlagen sollten später nach Russland gehen. Viele Staaten, wie Polen oder Ungarn, waren sicherlich froh, nicht mehr im Warschauer Pakt von der Sowjetunion ausgenutzt zu werden. Andere Staaten, wie zum Beispiel die Baltischen, waren froh, endlich wieder unabhängig zu sein. Ich kann die Katastrophe nur aus Sicht von Russland erkennen. Für viele andere war der Zusammenbruch sicherlich eine Befreiung.

Bezüglich des Neuanfanges, der Russland in den 90er-Jahren nicht gewährt worden war, stellt sich für mich die Frage, warum der Westen hier Wohlfahrt spielen sollte, wenn die Sowjetunion doch immer mit ihrer Wirtschaftsmacht geprahlt hatte und selbst die anderen Staaten ausgenutzt hatte. Die Sowjetunion war jahrzehntelang der „Feind“ des Westens. Warum sollte dies alles vergessen sein und dem ehemaligen „Feind“ so unter die Arme gegriffen werden? Hätte Russland eine zweite Chance verdient gehabt? Nun, dass sollte man diejenigen fragen, die Russland und Putin immer verteidigen, denn genau die sind selten bereit, jemanden eine zweite Chance zu gewähren.

Und warum sollte man die Sicherheitsbedenken von Polen, Estland, Lettland und Litauen ignorieren, wenn diese in die EU und NATO wollten? Nur um Russland nicht auf die Füße zu treten, sollte man diese Staaten abweisen? Woher kam dieser Wunsch nach Beitritt? Aus Angst vor Russland?

Warum tat sich Russland mit der Unabhängigkeit der Ukraine schwer? Weil sie die Ukrainer nicht als eigenes Volk anerkannten, so wie es Gabriele Krone-Schmalz auch nicht wirklich macht? Warum kann Russland es nicht verkraften, wenn sich die Ukraine, wie die meisten anderen ehemaligen Ostblockstaaten auch, dem Westen zuwendet? Warum ist das so?

Die Autorin schreibt, dass Russland 2013 die Ukraine mit Krediten und einem reduzierten Gaspreis geködert hatte, während die EU nur von ihren Werten redete. Was ist der Autorin bei einer Partnerschaft oder Gemeinschaft wichtig? Geld oder Werte? Mit ihr möchte ich ja nicht verheiratet sein.

Auch der Hinweis auf den Irakkrieg 2003 stört mich. Mittlerweile weiß doch jeder, dass dieser falsch war. Warum wird dies immer noch als Beispiel angeführt, dass man einfach so andere Länder angreifen darf? Machen andere Staaten doch auch nicht. Irgendwie ist es so, dass die USA für diesen Krieg wohl immer büßen werden und das ist doch etwas anstrengend.

Ich habe das Buch zwar schnell durchgelesen, allerdings war ich davon nicht wirklich begeistert. Mit dem nächsten habe ich auch schon angefangen: „Schreib den verdammten Roman“ von Stephan Waldscheidt. Momentan bekommt dieser „Anti-Ratgeber“ einen Punkt, da ich damit nicht wirklich etwas anfangen kann. Das Buch könnte ich bis Mitte September durchgelesen haben. Danach werde ich mit Büchern über den Ersten Weltkrieg anfangen, die mir meine Eltern zugeschickt haben. Ich muss mehr für meinen alternativweltgeschichtlichen Roman recherchieren. Ob ich zu diesen Büchern Rezensionen schreibe, weiß ich noch nicht. Immerhin sind dies alles etwas ältere Bücher.

Samstag, 3. September 2016

Siebter Lauf der Oberland Challenge 2016

Nach dem letzten Wettkampf am 23.07 in Lenggries sind einige Wochen ins Land gegangen. Im Urlaub war ich nur Radfahren und nur am letzten Sonntag bei Hitze wieder 15 km laufen. Da war ich aber deutlich langsamer als sonst.

Heute stand der Berglauf in Gaißach auf dem Programm. Den Lauf bin ich noch nie mitgelaufen, war also Premiere. Auf der Hinfahrt hatte ich leichte Schwierigkeiten den Parkplatz zu finden, da ich aber rechtzeitig losgefahren bin, war ich immer noch überpünktlich da. Entgegen meiner Hoffnung sah es vor dem Start aus, als würde es richtig heiß werden. Daheim habe ich sicherheitshalber meine Laufflasche eingepackt, denn bei über 25 Grad brauche ich viel Wasser.

Ich lief mich dann etwas ein, auch um die Strecke kennenzulernen. Dabei merkte ich, dass die Strecke nicht leicht werden würde und ich auch das Wasser bräuchte. Vor dem Warmlaufen war wenig los, aber als ich wiederkam, standen ziemlich viele Autos dort und vor dem Start füllte sich der Startbereich.

Der Start erfolgte etwas überraschend, denn es waren noch einige am Plaudern. Ich stand etwas ungünstig und musste auf der flachen Strecke erst einmal einige überholen. Dabei sah ich auch einen Läufer, an dem ich mich ranhängen könnte. Aber noch während des ersten Kilometer überholte ich ihn und sah die nächste, die ungefähr mein Tempo lief. Ihr folgte ich bis kurz vor dem Ziel, wo sie mich dann abhängte. Für den ersten Kilometer brauchte ich 6:30 Min, für den zweiten knapp 8 Minuten. Den dritten lief ich mit 6 Minuten wieder schnell und für die letzten 1,7 Kilometer brauchte ich nur 10 Minuten. Da war aber auch ein Flachstück dabei. Das Ziel kam überraschend. Nach 28 Minuten habe ich auf die Uhr geschaut und dachte, dass sicherlich gleich Kilometer 4 kommen müsste. Wenig später standen dann einige Zuschauer und Schilder mit „100m“ am Rand. Die nutzte ich noch einmal um einen kleinen Endspurt hinzulegen und eine Läuferin vor mir zu überholen.

Ich bin eine Zeit um die 30:30 Minuten gelaufen. Damit bin ich zufrieden, denn für den Blomberglauf habe ich 31:52 Minuten gebraucht. Der Weg zur Schwaigeralm, den ich heute gelaufen bin, ist aber anders aufgebaut als die Strecke beim Blomberg. Die ersten 3 Kilometer fand ich steil und der Schluss war einfacher. Wenn ich gewusst hätte, dass gleich das Ziel kommt, hätte ich mich schon vorher etwas mehr angestrengt. Jetzt weiß ich es aber für das nächste Mal.

Der nächste Lauf ist dann schon nächsten Samstag, die 6,9km in Sachsenkam. Die Strecke kenne ich gut und bei der 2,3km-Runde ist eine größere Steigung mit dabei. Allerdings werde ich unter der Woche wahrscheinlich nicht zum Trainieren kommen. Dann folgt am 24. September der Mooshamer Waldlauf, zum ersten Mal ein Extremlauf. Den Stadtlauf in Wolfratshausen am 2. Oktober werde ich wahrscheinlich nicht mitlaufen, da ich da wohl wieder in Bassano del Grappa bin. Seit heute habe ich aber die erforderlichen fünf Läufe zusammen, die restlichen zwei kann ich höchstens zum Verbessern meiner Punkte nutzen. Den momentanen Zwischenstand gibt es unter http://oberland-challenge.de/ergebnisse/aktuelles-jahr.html

Freitag, 2. September 2016

Rezension zu „Putins kalter Krieg“ von Markus Wehner

Nicht mal eine Woche habe ich für das Buch gebraucht, denn schon Donnerstagabend war ich damit fertig. Wenn man jede freie Minute daheim nutzt, um zu lesen, kommt man gut voran. Und wenn das Buch sich auch noch gut lesen lässt, geht es natürlich noch besser. Auch diese Rezension habe ich gleich angefangen und kann sie somit hier präsentieren.

Sehr interessantes Buch

Es gibt Themen, bei denen sich Meinungen von Journalisten, Blogger und politisch Interessierten extrem gegenüberstehen und sich stark verfestigt haben. Und diese Meinung vertritt man auch lautstark und lässt Argumente der Gegenseite kaum oder gar nicht zu. Russland ist so ein Beispiel. Entweder man steht Russland positiv gegenüber oder negativ. Der Untertitel von diesem Buch gibt natürlich schon die Richtung vor:  Wie Russland den Westen vor sich hertreibt.

Das Buch beginnt mit einer Beschreibung von Putins Umfeld, der „Auslandsrussen“ und den farbigen Revolutionen in ehemaligen Sowjetrepubliken wie zum Beispiel 2004 die „Orangene“ Revolution in der Ukraine. Der zweite große Abschnitt geht über mehrere Kapitel. Schwerpunkt ist der Krieg in der Ukraine und dem Eingreifen Russlands. An diesem Beispiel werden weitere Themen aufgezeigt, wie die neue Militärmacht, der Informationskrieg, die Spionagetätigkeiten, die politischen Freunde in europäischen Ländern, wie Front National oder Die Linke, und den sogenannten „Russland-Verstehern“, die laut Autor teilweise aus Naivität so handeln. Es folgen Kapitel über den Krieg in Syriens und die Fehleinschätzungen von Putin. Den Abschluss bilden 10 Thesen des Autors, wie der Westen mit Russland umgehen sollte.

Das Buch ist sehr gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Es zeigt die Fakten auf, erklärt Zusammenhänge und die Ursachen von Russlands Politik, verteufelt dabei aber nicht Russland. Es werden keine Verschwörungstheorien ausgebreitet, sondern Informationen genannt, die größtenteils anerkannt sind. Beim Abschuss von MH-17 über der Ukraine verweist er nur kurz auf die Info vom Rebellen Strelkow, dass ein Flugzeug abgeschossen worden war. Auf Theorien, dass Russland dahintersteckt, verzichtet der Autor. Das Buch kommt ohne jede Polemik aus, was bei Büchern über Russland nicht selbstverständlich ist.

Von mir bekommt es 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung.

Mit „Russland verstehen“ von Gabriele Krone-Schmalz habe ich schon angefangen, werde es aber noch mal neu beginnen, um diesmal wirklich Notizen zu machen.

Mittwoch, 31. August 2016

Rezension zu „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari

Das Buch habe ich am 12. August angefangen und Sonntag in der Mittagspause fertiggelesen. Auch bei diesem Buch habe ich schon im Kopf mit der Rezension angefangen. Ich sollte mir aber wieder angewöhnen Notizen beim Lesen von Büchern zu machen. Ich habe damit bei „Reich und Arm“ von Stiglitz aufgehört, da ich ständig mitgeschrieben habe. Mit wenigen Notizen würde mir eine Rezension gerade bei Sachbüchern doch leichter fallen. Aber hier folgt erst einmal meine zu „Eine kurze Geschichte der Menschheit“:

Kurzweiliger Überblick der Geschichte des Homo Sapiens

Im Gegensatz zu manch anderen Büchern, die einen Überblick über die Geschichte der Menschheit bieten, fängt das Buch von Yuval Noah Harari schon vor den Homo Sapies an. Der erste Schwerpunkt liegt bei der kognitiven Revolution, die sich vor etwa 70.000 Jahren ereignete. Um diese Revolution geht es im ersten Teil des Buches, um die Entdeckung der Sprache, die auch die fiktive Sprache beinhaltet.

Der zweite Teil handelt von der landwirtschaftlichen Revolution, die vor etwa 10.000 Jahren begann. Es wird erklärt, warum der Homo Sapies seßhaft wurde, Tiere domestizierte, Siedlungen vergrößerte, Schrift und Zahlen erfand und warum Männer einen höheren Stellenwert als Frauen in den Gesellschaften hatten.

Im dritten Teil wird die Entwicklung der Kulturen beschrieben, die Entwicklung der drei universellen Ordnungen, der wirtschaftlichen, der politischen und der religiösen Ordnung, Detailliert geht es um den Geruch des Geldes, dem Traum vom Weltreich und das Gesetz der Religion.  

Der vierte Teil des Buches handelt von der wissenschaftlichen Revolution, die um das Jahr 1500 begann. Ein Schwerpunkt ist die Entdeckung der Wissenschaften und die daraus folgende Expansion Europas. Des Weiteren geht es um die verschiedenen Religionen, zu denen der Autor auch den Kapitalismus und den Kommunismus zählt, und um unsere Ernährung, die Massentierhaltung und die neuen Gemeinschaften als Ersatz für die Familie und die Dorfgemeinschaft. Den Abschluss bildet ein Ausblick über die Zukunft des Homo Sapiens.

Mein Fazit: Ich bin bei dem Buch etwas zwiegespalten. Es ist gut geschrieben und lässt sich gut lesen. Der Tonfall ist sehr locker, am Anfang musste ich an einigen Stellen sogar schmunzeln. Später stört dieser lockere Ton etwas. Das Buch ist interessant und bietet einen schnellen Überblick über die Geschichte des Homo Sapiens. Allerdings gibt es auch einen größeren Kritikpunkt. Der Autor Yuval Noah Harari fragt immer wieder, ob die Jäger und Sammler vor der landwirtschaftlichen Revolution nicht glücklicher waren, als alle anderen Menschen seitdem. Er meint, dass der Mensch eigentlich als Jäger und Sammler geboren wurde und die Sesshaftigkeit eigentlich nicht unserem Typ entspricht und wir nicht mehr so glücklich sind, wie die Menschen damals. Nun, beurteilen kann man dies nicht wirklich, aber ich bin mir nicht sicher, dass die Menschen damals glücklicher waren als wir heute. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Leben damals aus Friede, Freude, Eierkuchen bestand. War es so einfach zu jagen? Und was haben sie sonst gemacht? Umhergewandert? Oder den Himmel angeschaut? War es angenehm bei Regen und Kälte ohne festem Dach über den Kopf?  Warum sieht der Autor das heutige Leben so negativ? Diese immer wiederkehrende Frage empfand ich als sehr negativ und sie zerstört meiner Meinung nach viel von dem Buch. Das ist der größte Kritikpunkt. Kleinigkeiten gab es auch noch, die mir überwiegend beim Lesen aufgefallen sind.

Daher gibt es von mir nur 3 Sterne. Das Buch ist sehr interessant, aber diese immer wiederkehrende Frage zieht die Bewertung herunter.

Mit „Putins kalter Krieg“ von Markus Wehner habe ich schon angefangen und bin derzeit auf Seite 90. Notizen habe ich mir natürlich keine gemacht, also werde ich für die Rezension wieder etwas brauchen. Samstag habe ich wieder einen Wettkampf, kann also die Mittagspause nicht zum Lesen gebrauchen. Dennoch möchte ich das Buch eigentlich am Wochenende durchlesen.

Mittwoch, 24. August 2016

Schreibtechnisch im Sommerloch

Im August hat es mich so richtig erwischt. Ich hatte zwar drei Wochen Urlaub, aber irgendwie bin ich im Sommerloch gelandet. Das hat man vielleicht auch bei meinen Blogeinträgen gemerkt, denn sonst habe ich mehr veröffentlicht. Aber auch beim Schreiben meiner Bücher bin ich kaum vorangekommen.

Beim alternativweltgeschichtlichen Roman habe ich zwar das Ende und mittlerweile auch den Titel im Kopf, komme aber trotzdem nicht weiter. Dafür habe ich „Der unbekannte Planet“ wieder hervorgekramt und wollte mich an eine erneute Überarbeitung machen, aber selbst da hat es mich nicht gepackt. Ich weiß, dass ich es umschreiben muss, aber irgendwie fallen mir die passenden Worte nicht ein.

So ist es auch mit dem Blog. Ich lese Nachrichten, aber zu keinem viel mir irgendwas Größeres einfallen. Irgendetwas, was sich lohnt zu schreiben und daher auch zu lesen. Die Europameisterschaft? Interessant, aber was soll man dazu schreiben? Olympia? War nett und ein Thema wäre wohl Russland gewesen. Aber wer dopt denn nicht? In Russland ist es vielleicht staatlich organisiertes Doping, woanders dopt eine Trainingsgruppe oder bestimmte Mediziner. Was haben wir damals alle gejubelt, als Zabel und Ullrich bei der Tour de France soviel gewonnen haben? Keiner wollte es wahrhaben, dass sie dopen. Selbst als Ullrich erwischt worden war, hielten noch viele zu ihm. Syrien? Türkei? Wenig wirklich Neues. Ursprünglich wollte ich etwas zum Amoklauf in München und die Reaktionen in Blogs schreiben, aber nach einigen Tagen Abstand hat sich mein Gemüt etwas abgekühlt und ich habe den Schmarrn, den manche Blogs ungestüm geschrieben haben, etwas ignoriert.

Nun hoffe ich, dass die Alltagsroutine mir wieder hilft, da ich seit gestern wieder arbeite. Oder das Laufen, womit ich am Sonntag wieder anfangen will, nachdem ich im Urlaub nur viermal radln war. Immerhin konnte ich dafür mehr lesen und habe mir letzte Woche auch zwei neue Bücher gekauft: „Putins kalter Krieg“ von Markus Wehner und „Russland verstehen“ von Gabriele Krone-Schmalz. Das sind also zwei Bücher über Russland, die wohl etwas gegensätzlich sind. Aber ich möchte mich auch gerne mit beiden Seiten auseinandersetzen.

Wenn ich schon nicht selbst schreiben kann, muss ich halt lesen. Und mit den „Schreibblockaden“ ist es sicherlich bald wieder vorbei…