Samstag, 26. November 2016

Anmerkungen zum Recherchieren

Beim Schreiben von meinem neuen Buch „Der Franzose“ bin ich systematisch vorgegangen. Früh war klar, wie die Geschichte ablaufen sollte und nach und nach kristallisierten sich auch die Einzelheiten heraus. Das Fundament stand also.

Eine größere Schwierigkeit gab es: Die Geschichte spielt ab 1914, also in der Vergangenheit. Größere politische Entscheidungen wie nach dem Attentat von Sarajevo waren kein Problem. Das Internet ist voll mit Infos und ich selbst habe auch genügend Bücher darüber daheim. Auch über den Ersten Weltkrieg selbst gibt es auch genug zu lesen. Da mein Roman aber von der damaligen Wirklichkeit abweicht, musste ich mich auch nicht direkt an die Realität halten. Damalige Persönlichkeiten, wie bestimmte Generäle, kommen bei mir natürlich auch vor, aber die Infos, die ich für meine Geschichte brauche, finde ich auch überall. Selbst von französischen Generälen.

Doch wie sah die Landschaft damals aus? Wie groß waren die Städte und wie sahen sie aus? Wie viele Autos waren unterwegs? Der Großteil des zweiten Teils des Buches spielt in Frankreich und da tue ich mich natürlich schwer. Informationen im Internet sind auf Deutsch sehr schwer zu bekommen. Selbst mit Hilfe vom Google Translator und dann einer Suche auf Französisch finde ich nicht immer das, was ich suche. Aber diese Recherchen kosten eine Menge Zeit und ich kann sie eigentlich erst ausführen, wenn ich mit meiner Geschichte dort bin. Derzeit ist mein Protagonist in der Nähe von Rennes, aber eine frühere Recherche zu der Stadt hat keinen Sinn gemacht, da ich natürlich nicht detailliert wusste, wie ich in die Stadt komme.

Heute, als ich in der Mittagspause im Bett die Geschichte überarbeitet habe, ist mir dann diese eine Frage eingefallen:

Wann sollte ich nach Details recherchieren?

1.       Schon im Voraus, also eigentlich beim Plotten beziehungsweise direkt danach.
2.       Wenn ich mit der Geschichte dort bin, so wie jetzt in Rennes.
3.       Oder bei einer Überarbeitung.

Und ich tendiere mittlerweile zur Antwort Nummer 3. Die Recherchen kosten viel Zeit, aber für den Fortlauf der Geschichte sind sie nicht unbedingt notwendig. Es ist nicht wichtig, ob die Straße dort über den Kanal führt, oder 2 km südlich. Es ist nicht wichtig, ob die Stadt 5000 Einwohner hat oder 10000.

Daher ist für mich nun klar, dass ich den Roman schreibe und bei einer weiteren Überarbeitung (oder mehreren) dann wirklich detailliert recherchiere. Ich habe hier einige Bücher zum Ersten Weltkrieg, aber natürlich keine Lust, wegen Kleinigkeiten dicke Bücher zu wälzen. Also werde ich bei meiner Überarbeitung zwischendurch, die ich auf ausgedrucktem Papier im Bett mache, solche Dinge weglassen und erst bei einer späteren Überarbeitung Details raussuchen. Mich hält das einfach zu sehr auf.

Ist das vernünftig oder falsch?

Samstag, 12. November 2016

USA: Wohin führt der Weg?

Was war das für ein Dienstag? In der Früh habe ich gleich auf meinem Handy in Twitter geschaut und war dann doch sehr überrascht. Die erste Meldung, die ich gelesen hatte, war, dass Trump auch in Florida gewonnen hatte und schon 232 von 270 notwendigen Wahlmännern gewonnen hatte. Auch wenn ich von Hillary Clinton nichts halte und glaube, dass sie keine gute Präsidentin gewesen wäre, hat mich dieser Zwischenstand doch überrascht. Als Trump dann in weiteren Bundesstaaten gewonnen hatte und schlussendlich als designierter Präsident feststand, war ich noch immer perplex. Bei beiden Kandidaten war schon vorher klar, dass nach der Wahl sicherlich keine Freude bei mir aufgekommen wäre. Aber bei Trump weiß ich noch immer nicht, in welche Richtung Amerika wandert.

Bei meinem ersten Beitrag über die Präsidentenwahl am 30. Januar (siehe hier) habe ich noch geschrieben, dass mir Trump mehr Angst machen würde als Clinton. Allerdings auch, dass mir eine Präsidentin Clinton ein Graus wäre. Damals habe ich aber auch nicht geglaubt, dass Trump Kandidat wird. Das hat sich dann erst später herauskristallisiert. Als er dann feststand, kam wieder ein Beitrag von mir (dieser hier), in dem ich mir sicher war, dass der Wahlkampf schmutzig werden würde. So kam es dann auch. Und Trump hat die Wahlen gewonnen, wie er auch die Vorwahlen bei den Republikanern gewonnen hatte: Er hat die anderen auf sein Niveau, seine Art Politik zu betreiben, hinuntergezogen und sie dann geschlagen.

War ein Präsident Trump unvermeidlich?

Nein, das denke ich nicht. Die Republikaner haben schon den Fehler gemacht, ihn und die Stimmung in der Bevölkerung nicht ernst zu nehmen und zu lange seine Art ignoriert. Und die Demokraten? Die werden sich jetzt wahrscheinlich selbst in den Ar… beißen. Von Anfang an wollten sie Clinton als Kandidatin und haben so auch den Vorwahlkampf manipuliert. Clinton sollte erste Präsidentin werden und sie schien als ehemalige First Lady und Außenministerin fachlich die beste zu sein. Doch menschlich war sie die schlechteste Kandidatin. Wenn Bernie Sanders Kandidat gewesen wäre, hätte er wahrscheinlich hoch gewonnen. Aber Clinton war für Trump die ideale Kandidatin. Sie stand einfach für alles, wogegen er von Anfang an Wahlkampf gemacht hatte. Und die Demokraten waren zu blind oder zu arrogant, um dies zu bemerken. Und Clinton hat auch gedacht, dass sie mit ihrer Art einfach den Wahlkampf durchziehen kann. Aber dass sie eine der unbeliebtesten Kandidatinnen, neben Trump, gewesen ist, hatte sie wohl nicht bemerkt. Und es lag bestimmt nicht an Trump, dass Clinton 6 Millionen weniger Stimmen bekam als Obama 2008 und 2012. Nun müssen die Demokraten sich wieder fangen, um in 4 Jahren Trump wieder abzulösen.

Jetzt kommen einige Theorien hoch, die dies anzweifeln. Ein beliebtes Thema ist, dass es, nachdem es schon die ersten Anti-Trump-Demos gibt, bald zu Aufständen oder zu einem Bürgerkrieg kommt, um einen Präsidenten Trump zu verhindern. Auch der Name Baba Wanga schwirrt umher, eine bulgarische Seherin, die angeblich vorhergesehen hat, dass Obama der 44. Präsident wird und der letzte Präsident sein wird. Gut, sie hat auch den Untergang Europas vorhergesehen und andere Dinge, die nicht eingetroffen sind. Aber sie hat wohl eine Quote von 80%, was alle anderen „Seher“ übertrifft. Dennoch bin ich bei so etwas sehr vorsichtig. Ich gehe also davon aus, dass Trump Präsident wird und wohl auch die 4 Jahre bleiben wird.

Was wird Trump alles ändern? Er wird nicht alleine regieren und muss sich natürlich auch mit den Republikanern einigen. Es wird also keine oder nur kaum Gesetzesvorschläge geben, die für die konservative Partei nicht akzeptabel wäre. Obamacare wird eventuell beendet, aber das hätten andere Kandidaten auch gemacht. Auch Abtreibungen, die Homo-Ehe sind nicht unbedingt die Lieblinge der Grand Old Party.  Wenn man sich allerdings das mögliche Kabinett von Trump anschaut, wird einem klar, dass er auch nicht anders ist, als die politische Elite, gegen die er gehetzt hatte. Fest verwurzelte „Politik-Zombies“ wie Gingrich oder Giuliani, Familienangehörige oder Lobbyisten zeugen nicht unbedingt davon, dem Volk die Macht zurückzugeben.

Momentan gibt es viele Demonstrationen gegen Trump, aber er wurde demokratisch gewählt und man sollte die Wahl akzeptieren. Es ist nicht seine Schuld, dass Clinton 6 Millionen Stimmen weniger als vorher Obama bekommen hat. Die Zahl der Wähler ist gesunken und wenn Clinton ihre Anhänger nicht mobilisieren konnte, kann Trump nichts dafür. Die Anti-Trump-Demos werden irgendwann aufhören, momentan ist es eher der Angst vor Trump und einer Ungewissheit vor der Zukunft zuzurechnen. Es kommt wohl auch zu mehr rassistischen Übergriffen auf Latinos, Afroamerikaner und auch auf Moslems. Da weiß ich nicht, wie es vorher war. Wird nun nur mehr darauf geachtet? Oder gibt es diesen Anstieg an Übergriffen wirklich? Liegt es an Trump? Nicht direkt, nehme ich an. Es trauen sich jetzt nur die Rassisten in die Öffentlichkeit. Ein Grundsatz an Fremdenfeindlichkeit war immer da, er ist nun mehr sichtbar. Es ist schade, dass nach 8 Jahre Obama, der eigentlich gut regiert hatte, immer noch so ein Hass auf Minderheiten ist. Trump hat sich dieses nur zunutze gemacht und jetzt gerät der Hass außer Kontrolle. Bleibt zu hoffen, dass er wieder gestoppt werden kann. Aber ich gehe dennoch davon aus, dass kein Bürgerkrieg ausbrechen wird und es nicht zum Kampf zwischen Weiß und den Minderheiten kommen wird. Ich will Trump und seine Wahlkampfaussagen nicht verharmlosen, aber gleich am ersten Tag gegen ihn zu demonstrieren, bevor er überhaupt das Amt angetreten hat, finde ich etwas verfrüht. Wir sollten die ersten Tage oder Wochen abwarten, bevor wir den Weltuntergang herbeirufen.

Ich hoffe, dass die Republikaner Trump etwas einbremsen und dieser selbst vernünftiger ist, als man es bei den Wahlkämpfen hätte denken müssen. An einen Bürgerkrieg glaube ich nicht, allerdings werden sich die USA aber auch die Welt durch Trump ändern.

Dienstag, 1. November 2016

„Die Königin der Elche“ veröffentlicht

Der Vorteil bei einer Kurzgeschichte, die über E-Book Short bei Books on Demand veröffentlicht wird, ist, dass es so schnell geht. Am Samstag habe ich sie in Auftrag gegeben und gestern kurz vor Mitternacht kam die Mail, dass mein E-Book nun zum Vertrieb freigegeben wurden ist. Natürlich habe ich heute gleich bei readfy.com geschaut und da taucht es auch schon beim Schreibcontest auf:

https://www.readfy.com/de/read-my-short/: Der sechste Beitrag unter Fantasy ist meiner: https://www.readfy.com/de/ebooks/92149-die-konigin-der-elche/

Bei anderen Anbietern wie Amazon, Thalia, den Apple iBooks oder bei Google Play taucht es noch nicht auf, aber dies kann auch bis zu 72 Stunden dauern. Nun warte ich auf Rezensionen, natürlich will ich 5 Punkte haben, besonders bei Readfy. Da es 0,- € kostet, hoffe ich natürlich auf viele Leser.

Nachdem die Kurzgeschichte fertig ist, kann ich mich wieder „Der Franzose“ zuwenden. Gestern ist mir dort eine kleine Logiklücke aufgefallen, die ich aber kreativ umschifft habe. Beim NaNoWriMo2016 mache ich zwar nicht mit, möchte aber natürlich im November dennoch so viel wie möglich schreiben.

Samstag, 29. Oktober 2016

Read my short – Kurzgeschichte in Auftrag gegeben

Nachdem ich selbst die Kurzgeschichte am Samstag überarbeitet habe, habe ich am 23.10. die Lektorin angeschrieben und ihr die Geschichte zwei Tage später zugesandt. Schon am 26.10. hatte ich diese lektoriert zurück und habe sie mir die letzten Tage mehrmals durchgelesen.

Gestern wollte ich sie schon bei BOD als Ebook Short veröffentlichen, allerdings gab es immer Fehlermeldungen. Auch heute habe ich im IE den Fehler bekommen und es einfach mal mit dem Firefox probiert. Und schon bin ich in den EasyEditor reingekommen. Der Rest ging dann schnell und nun ist das Projekt beauftragt. Ich nehme an, dass es in den nächsten Tagen veröffentlicht wird. Bei readfy.com gibt es derzeit 5 Geschichten im Genre Fantasy, aber es ist ja noch viel Zeit bis zum Einsendeschluss.

Das Buch habe ich „Die Königin der Elche“ genannt und für 0,-€ veröffentlicht. Nun heißt es noch kurz warten, bis es veröffentlicht wird und dann werde ich, zumindest am Anfang, jeden Tag schauen, ob jemand meine Geschichte gelesen hat.

Bedanken möchte ich mich bei der Lektorin Kim Heinz (www.lektorat-heinz.de), da sie sehr schnell und sehr gut lektoriert hat. Bei meinen anderen Büchern werde ich mich wahrscheinlich wieder bei ihr melden.

Die vergangene Woche war ich beruflich in der Schweiz, bin also kaum zum Schreiben gekommen. Ich muss daher etwas aufholen, auch in Bezug auf Blogbeiträge. Nun werde ich aber erst einmal mein verlängertes Wochenende genießen.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Read my short – Der Autoren-Contest

Am Samstag gab es im Blog von Books on Demand, http://www.bod.de/fingerprint/, wieder einen neuen interessanten Artikel. Es geht um einen Schreibwettbewerb. Bis jetzt habe ich noch bei keinem mitgemacht, da mir entweder die Themen nicht zugesagt oder die Termine nicht in meine Planung gepasst haben. Bei dem Wettbewerb war es dann aber anders. Drei Genres stehen zur Verfügung: Fantasy, Crime und Romance. Eigentlich sind alle drei nicht unbedingt etwas für mich, aber nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, war mir am Sonntag beim Laufen klar, dass ich eine Fantasy-Geschichte schreiben würde.

Da ich meine Laufstrecke auf 17,5 km erweitert habe, hatte ich 90 Minuten Zeit, mir meine Geschichte zu überlegen. Als ich mich dann Montagabend hingesetzt habe, hatte ich das Thema schon größtenteils im Kopf. Da es nur eine Kurzgeschichte werden sollte, war ich mit dem Plotten relativ schnell durch. Die Geschichte darf maximal 27000 Zeichen haben, was ungefähr 15 Normseiten entspricht.

Nachdem das Grundgerüst stand, konnte ich mit dem Schreiben beginnen und obwohl ich noch nie Fantasy geschrieben habe, ging es fast wie von selbst und Mittwochabend war ich mit der Geschichte fertig. Die erste Fassung habe ich in Word geschrieben und dann in Papyrus überarbeitet. Leider bin ich momentan bei 27552 Zeichen, da muss ich also noch kürzen. Ich habe mir die Geschichte ausgedruckt und werde sie am Samstag, wenn ich mal wieder in München beim Friseur bin, durchlesen und überarbeiten. Ich weiß, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, aber dennoch habe ich meiner Lebensgefährtin auch die Geschichte ausgedruckt. Sie ist also meine Alpha-Leserin.  Normalerweise sollte man so etwas ja eher „Fremden“ geben.

Ich habe auch noch etwas Zeit mit der Veröffentlichung denn eigentlicher Start vom Wettbewerb war heute und bis zum 20.01.2017 hat man Zeit. Die Geschichte muss als E-Book Short bei Books on Demand veröffentlicht werden und die Leser bei Readfy bewerten die Geschichten. Detailliertere Infos gibt es unter http://www.bod.de/read-my-short.html und https://www.readfy.com/de/read-my-short/?utm_source=bod&utm_medium=referral&utm_campaign=readmyshort.

Die Geschichte werde ich für 0,- € anbieten und hoffe dann natürlich auf viele Leser/innen und Bewertungen. Beim Namen habe ich eine Weile überlegt und bin derzeit bei „Die Königin der Elche“ gelandet. Wahrscheinlich wird es auch dabei bleiben. Eine potenzielle Lektorin habe ich mir schon rausgesucht. Wenn ich die Geschichte am Wochenende überarbeitet habe, werde ich sie anschreiben. Ich möchte die Geschichte so früh wie möglich veröffentlichen, da dann natürlich mehr Menschen diese lesen können.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Polizei-Skandal in Sachsen

Endlich wieder ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker und diejenigen, die diese Theorien gerne lesen. Jaber Albakr, der angeblich einen Terroranschlag geplant hatte, hat sich gestern in der Leipziger Haftanstalt selbst umgebracht.

Letzten Samstag hatte die Polizei seine Wohnung gestürmt und dabei 1,5 Kilogramm hochgefährlichen Sprengstoff gefunden. Er selbst konnte fliehen und auch seine Festnahme sorgte schon für Spekulationen. Am Montag wurde er festgenommen, nachdem drei seiner Landsleute ihn erkannt und überwältigt hatten. Er hatte nach einer Übernachtungsmöglichkeit gesucht und in der Wohnung haben sie ihn dann erkannt. Schon da kamen aus der Ecke der besorgten Bürger Einwände, warum die Syrer ihn gefesselt haben (http://www.danisch.de/blog/2016/10/11/syrische-helden). Ich stelle mir dabei vor, wie groß der Aufschrei gewesen wäre, wenn sie ihn hätten laufen lassen und er hätte einen Anschlag durchgeführt. Und woher sollen syrische Flüchtlinge sich mit unseren Gesetzen auskennen, wenn sie kein vernünftiges Deutsch sprechen? Hauptsache man kann gegen Ausländer und/oder den Staat pöbeln. Die rechte Ecke hat jetzt leider mit der AfD eine Vertreterin bekommen und daher bekommt man deren (subtile) Hetze vermehrt mit.

Laut den ersten Berichten hat sich Albakr mit seinem Hemd erhängt. Seine Zelle war zwar immer wieder betreten worden, allerdings später nur noch alle 30 Minuten. Eine Videoüberwachung ist wohl gesetzlich verboten. Allerdings hätte es ein Posten vor der Tür auch getan. War es nicht erst vor kurzem bei Middelhoff, der sich beklagt hatte, dass ständig Beamte seine Zelle betreten haben, da bei ihm Suizidgefahr bestand. Nun schlägt der Pendel wieder in die andere Richtung. Diesmal war die Zeit zu lang zwischen den Besuchen.

Insgesamt ist das alles sehr schlecht verlaufen. Zum einen war Albakr im Sommer in der Türkei gewesen, obwohl er als Flüchtling nur innerhalb von Europa hätte verreisen dürfen. Es scheint, als hätte er noch einen anderen Pass gehabt. Die Observierung vom Haus war auch stümperhaft, da die Anwohner die Polizisten bemerkt hätten. Da hätte man vorher vielleicht „Tatort“ schauen sollen. Der Zugriff schlug fehl, da die Beamten wohl eine Ausrüstung von 35kg tragen mussten. Anderseits sollte doch das SEK für so etwas ausgebildet sein oder irre ich mich da? Nach dieser Flucht konnte Albakr unbemerkt mit dem Zug fahren und das stundenlang. Eine Vernehmung gestaltete sich aufgrund von Sprachschwierigkeiten etwas schwer, ein Dolmetscher wurde nicht geholt. Und gestern der Suizid….

Jetzt werden wahrscheinlich die Theorien hochkochen, dass Albakr von den Amis oder Verfassungsschutz gesteuert war oder zumindest geduldet, um stärkere Sicherheitsgesetze durchzubringen. Der Tod vom Verdächtigen hilft doch auch nur den Sicherheitsbehörden, eine Aufklärung wird nicht stattfinden. „Da stinkt doch irgendwas drei Meilen gegen den Wind.“
Ich bin gespannt, was nun passiert. Auf alle Fälle wird sich die Polizei in Sachsen erklären müssen. Denn das ist das, was passiert ist. Ein jämmerliches Versagen der Behörden in Sachsen, eine unfähige Regierung und eine Polizei, die einen Fehler nach dem anderen macht. Da müssen doch „Köpfe rollen“. Leider ist die nächste Landtagswahl erst 2019. Da können die besorgten Bürger über links-grün-versiffte Gutmenschen schimpfen, die Konservativen sind auch nicht besser. Hilft halt nur die AfD. (Achtung, Ironie!)

Die Verschwörungstheoretiker werden hoffentlich nun viele neue Theorien finden. Auf die besorgten Bürger ist bestimmt Verlass….

Samstag, 8. Oktober 2016

Rezension zu „Die amerikanische Revolution“ von Michael Hochgeschwender

Das Buch habe ich mir erst am 30. September gekauft, habe es aber nicht geschafft, am Wochenende durchzulesen. Samstag habe ich zwar über 80 Seiten geschafft, dafür Sonntag und Montag aber die Mittagspausen genutzt zum Schlafen. Die Grippe war am Freitag schon wieder vorbei, dafür hatte ich eine schmerzhafte Schwellung im Gesicht, die sich am Dienstag als Abszess herausstellte. Also durfte ich vom Dienstag bis Freitag im Krankenhaus bleiben, habe aber dafür das Buch durchgelesen. Und zu Hause am Freitag gleich die Rezension angefangen.

Außergewöhnliches Buch über die amerikanische Revolution

4. Juni 1776. Dieses Datum sagt wohl jedem etwas. Washington und Jefferson sind auch noch bekannt und seit dem Film „Der Patriot“ mit Mel Gibson weiß man, dass die Briten die Bösen waren und die Amerikaner die Guten. Doch dann hört es auch schon auf. Das Buch von Michael Hochgeschwender ist hervorragend geeignet jede Wissenslücke über die amerikanische Revolution zu schließen.

Sehr erfreulich ist, dass das Buch schon im Jahr 1754 beginnt und die Situation der Kolonien seitdem aufzeigt. Im ersten Kapitel werden auch der sieben-, beziehungsweise neun-, jährige Krieg beschrieben, die Expansionsgelüste der Siedler und die politische Umgebung der Whigs und Tories sowohl in Großbritannien als auch in den Kolonien.

Im zweiten Kapitel wird Boston, ein Unruheherd seit 1700, näher beleuchtet, ebenso wie der Stamp Act und dessen Aufhebung. Das gesamte Kapitel beschreibt die Geldsorgen vom Mutterland und den Zwiespalt der Amerikaner zwischen der Loyalität zum Königshaus und dem Gefühl britisch zu sein und dem Willen nach Gleichberechtigung. Stichwort: No Taxation without Representation.
Das dritte Kapitel behandelt den Unabhängigkeitskrieg selbst, von der Unabhängigkeitserklärung, über einen Überblick über die Armeen der Siedler, Tories und der Briten und natürlich dem Kriegsverlauf bis zum Frieden von Paris 1783.

Im vierten Kapitel schreibt der Autor über die Nebenschauplätze des Krieges. Dies beinhaltet einen Überblick über die Situation der Frauen, Indianer und Schwarze, aber auch über den Tross der Armeen, Verwundungen und Krankheiten und einen Überblick über die Situation der Tories, der Kriegsverlierer, nach dem Krieg.

Das letzte Kapitel handelt von den Nachwirkungen der Revolution, wie die Ausbreitung des Alkoholismus, der zweiten evangelikalen Erweckungsbewegung und der Schuldendauerkrise. Zusätzlich wird der Verfassungskonvent 1787 in Philadelphia beschrieben, die beiden Parteien „Federalist“ und „Anti-Federalist“, der Kauf Louisianas 1803 und der Krieg gegen Großbritannien 1812.

Das Buch ist sehr gut geschrieben. Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Das Buch ist leicht zu verstehen, umständlich ist, dass fast durchgängig die englischen Begriffe wie „Wild Geese“, „philosophe“, „frontier“ oder „common law“ genutzt werden, wobei dies wohl eher der Übersetzung geschuldet ist.  Es ist nur wenig Vorwissen nötig, Michael Hochgeschwender schreibt detailliert über jedes Thema, das interessant für dieses Buch ist.

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne, da es sehr detailliert die amerikanische Revolution mit jedem Aspekt beschreibt. Für jemanden, der sich über die Geburt der Vereinigten Staaten von Amerika informieren möchte, ein absolutes Muss.

Am Freitag habe ich bei Hugendubel in München kein Buch gefunden, allerdings am Nachmittag in Murnau in der Buchhandlung Rupprecht. „Licht aus dem Osten: Eine neue Geschichte der Welt“ von Peter Frankopan habe ich gefunden und heute in der Mittagspause angefangen zu lesen. Die Thematik hat sich sehr interessant angehört: Eine Geschichte der Welt aber nicht aus Sicht von Europa, sondern aus dem Nahen und Mittleren Osten. Nach den ersten 58 Seiten bin ich allerdings etwas enttäuscht, da die ersten Jahrhunderte nur überflogen werden. Mesopotamien, Alexander der Große, Han-Dynastie, Rom, alles wird nur kurz angerissen, da hoffe ich, dass es später noch detaillierter wird.

Samstag, 1. Oktober 2016

www.der-franzose.net

Die Arbeiten an meinem alternativweltgeschichtlichen Roman gehen gut voran und mittlerweile habe ich auch den passenden Titel gefunden: „Der Franzose“. Am 19. September habe ich mir auch schnell die Domain www.der-franzose.net dazu gesichert und werde auf dem neuen Blog nach und nach über das Buch erzählen, aber auch über historische Hintergründe. Nebenbei fange ich mit dem Cover an und muss natürlich auch noch den Blog selbst etwas überarbeiten.

Dieser Blog hier wird natürlich weiterlaufen.

Diese Woche hing ich mit einer Grippe etwas durch und bin immer noch nicht wirklich fit. Den Ausflug mit dem Radsportverein nach Pove del Grappa musste ich leider absagen und werde auch nicht beim neunten Lauf der Oberland Challenge am 2.10. mitlaufen. Mittlerweile weiß ich, dass ich ab und zu auf meinen Körper hören sollte. Dafür kann ich am Wochenende vielleicht wieder mehr schreiben und für die Mittagspausen habe ich mir gestern auch ein neues Buch gekauft: „Die amerikanische Revolution“ von Michael Hochgeschwender.

Samstag, 24. September 2016

Achter Lauf der Oberland Challenge 2016

Und schon sind wieder 2 Wochen rum und somit stand heute der achte Lauf der Oberland Challenge auf dem Programm. Trainiert habe ich seit Sachsenkam nur zweimal, da ich diese Woche alleine im Büro war und daher bis 17 Uhr arbeiten durfte. Auch den Lauf in Moosham bin ich schon mehrmals mitgelaufen, aber nachdem sie jetzt die Strecke verlängert haben, war ich gespannt auf die neue Route. Schon vorher war das Rennen anstrengend gewesen, da es über Feld- und Waldwege ging und nicht gerade flach war.

Auf 13 Uhr war der Start angesetzt, allerdings fuhr ich erst um 11:25 Uhr, schaffte es aber dennoch rechtzeitig dort zu sein und mich warmzulaufen. Das Wetter war gut, es schien die Sonne, mit um die 20 Grad war es teilweise zu heiß. Auf die Getränkeflasche verzichtete ich wieder und lief lieber mit MP3-Player. Mit Musik bin ich einfach schneller. Nachdem ich schon häufiger bei dem Lauf gewesen bin, war mir die Fahrt dorthin bekannt und so kam ich entspannt dort an. Auch meine Runde zum Warmlaufen war noch die gleiche.

Um 13 Uhr war der Start, allerdings lief es etwas unstrukturiert ab. Ich hab mich frühzeitig in Richtung Startlinie begeben, aber es wirkte noch nicht so, als würde es gleich losgehen. Auch die anderen Läufer waren noch unsortiert. Der Mann mit dem Mikrofon im Hintergrund sagte, dass das Rennen in 3 Minuten losgeht. Der Starter vorne zeigte seinen Daumen und meinte: „Noch 1 Minute.“ Dann hat er von 5 Sekunden runtergezählt und es ging los. Dadurch stand ich sehr weit vorne und bin auch gut durch die erste Kurve gekommen. Die Läufer vor mir waren alles Läufer, die normalerweise deutlich schneller sind als ich. Also versuchte ich nicht mit den ganz schnellen mitzuhalten, sondern mit einer, die etwas schneller lief als ich.

Der erste Teil der Strecke war gleich geblieben, der zweite neu, aber ähnlich aufgebaut wie der erste. Auch dort war eine längere Steigung drin, aber heute ging es bergauf gut bei mir. Zwischendurch überholten mich ein Läufer und zwei Läuferinnen und an den beiden Frauen versuchte ich dranzubleiben, was mir auch halbwegs gut gelang. In der zweiten Runde mussten wir die eine ziehen lassen, aber die zweite konnte ich beim letzten längeren Anstieg abhängen. Laut meiner Uhr bin ich die Strecke in 1:10:15h gelaufen, was deutlich besser ist als gedacht. Im Training laufe ich ungefähr 15 km in einer Zeit zwischen 1:16h und 1:19h. Von den Höhenmeter war es heute wohl auch schwerer. Da merkt man wieder, was es ausmacht, wenn man jemanden hat, der einen zieht.

Nachdem ich in Sachsenkam Dritter meiner Altersklasse geworden war, aber vor der Siegerehrung gefahren bin, dachte ich, dass ich heute eventuell diese Platzierung hätte schaffen können. Also blieb ich dort, bin aber leider nur Vierter geworden. Daher habe ich 1 ½ Stunden umsonst gewartet. Die Ergebnisse sind bis jetzt leider noch nicht online, mal sehen, ob ich in der Gesamtwertung noch eine Chance auf einen Podiumsplatz habe.

Das heute war für mich der letzte Wettkampf dieses Jahr. Am 2. Oktober ist noch der Stadtlauf in Wolfratshausen, aber ich werde das komplette Wochenende mal wieder mit dem Radsportverein in Bassano del Grappa sein. Nächstes Jahr will ich noch fitter sein und mit weniger Gewicht in die Saison starten. Bei Google habe ich mir schon eine Verlängerung meiner Trainingsstrecke angeschaut und würde dann auf ungefähr 17 Kilometer kommen. Mal sehen, wann ich die Runde laufen werde. Jetzt, wo es endlich kühler wird, macht das Laufen auch wieder mehr Spaß. 25 - 30 Grad sind beim Laufen nichts für mich.

Mittwoch, 21. September 2016

Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin

Nachdem ich über die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern nichts geschrieben habe, wollte ich zumindest etwas zu den Wahlen in Berlin etwas sagen. Erfreulich ist, dass die Wahlbeteiligung gestiegen ist und auch wenn viele vorherigen Nichtwähler die AfD gewählt haben, macht es Hoffnung, dass die Demokratie noch lebt und die Bürger daran teilnehmen. Überraschend ist das Ergebnis nicht, das meiste war vorhersehbar. Das SPD und CDU so abstürzen, jeweils um die 6 %, ist zum einen der Situation in Deutschland allgemein geschuldet, anderseits liegt es auch an Themen in Berlin. Die überforderten Ämter, die maroden Schulen, steigende Mieten kann man der Koalition zuweisen. Die Spitzenkandidaten, vor allem Henkel (CDU), sind nicht unbedingt mitreißende Persönlichkeiten.

Die Grünen haben etwas verloren und wurden von den Linken überholt. Bei den Linken hat mich der Zuwachs gewundert, denn in letzter Zeit habe ich sie auch eher auf dem absteigenden Ast gesehen. Die FDP hat den Einzug ins Abgeordnetenhaus wieder geschafft und man sieht, dass es doch eine liberale Partei in der Parteienlandschaft braucht. Die Piraten haben richtig verloren, aber das war schon seit Jahren absehbar. Seit dem Einzug vor 5 Jahren haben sie eher mit Streitigkeiten auf sich aufmerksam gemacht. Natürlich weiß ich nicht, wie es vor Ort war, aber als Ortsfremder war es klar, dass diese Partei, die sich genüsslich selbst zerlegt hatte, keine Zukunft mehr hat. Größter Gewinner, wie schon in Mecklenburg-Vorpommern und den Wahlen davor, war die AfD.

Die 14,2 % überraschen nicht. Es war klar, dass sie in Berlin keine 20 % bekommen, anderseits aber, dass sie über 10 % bekommen. Viele Wähler sind von der CDU abgewandert, die unter Merkel nicht mehr den demokratischen rechten Rand besetzt. Diese Lücke füllen nun Teile der AfD und sind daher für die Rechtskonservativen wählbar. Natürlich wählen sehr viele die AfD, weil sie nicht mit der Flüchtlingspolitik der Regierung einverstanden sind. Wahlhelfer der AfD ist die CSU, die ihre Schwesterpartei bei diesem Thema attackiert und daher Wähler wegtreibt, die außerhalb von Bayern dann die AfD wählen und nicht die CDU.

Die CSU wird damit weitermachen und sich noch weiter nach rechts bewegen. Ihr Generalsekretär, der Rassist Andreas Scheuer, macht diesen Rassismus weiter hoffähig, wenn er öffentlich zugibt, dass er selbst integrierte Ausländer nicht langfristig in Deutschland haben will. Zumindest wenn sie keine Arier sind, sondern „Neger“, wie es sein Parteikollege Hermann ausdrücken würde. Solange solche Sprüche aus einer vorgeblich demokratischen und christlichen Partei kommen, solange wird sich die Fremdenfeindlichkeit weiter ausbreiten. Die CSU nutzt dies aus, um in Bayern die 50 % versuchen zu überspringen. Was sie für einen Schaden anrichtet, ist ihr entweder nicht bewusst oder es ist ihr egal, da sie sich mittlerweile wohl eher mit der AfD als mit der CDU verbünden würde.

Die AfD muss aber nun zeigen, ob sie sich an der Demokratie wirklich beteiligen will, oder ob sie noch weiter in den braunen Sumpf herabsteigt und Abgeordnete wie Kay Nerstheimer, auch einen ausgewiesenen Ausländerhasser, in ihren Reihen haben möchte. Petry hat sich nach rechts gewandt, um Lucke loszuwerden und muss nun mit dieser neuen Ausrichtung klarkommen. Wahrscheinlich ist ihr das aber gar nicht so unangenehm. Sie wird auf alle Fälle weiter mit dem Feuer spielen.

Die nächsten Wahlen gibt es nächstes Jahr im Saarland am 26. März, in Schleswig-Holstein am 7. Mai und in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai. Danach folgt die Bundestagswahl im September 2017. Wenn sich die Stimmung in Deutschland wieder ändert, können dann die Wahlergebnisse schon wieder anders aussehen.