Montag, 15. August 2016

Rezension zu „Wer kriegt was und warum?“ von Alvin E. Roth

Auf meiner Liste an ungelesenen Büchern stehen zwar noch 10 Stück, dennoch schaue ich ab und zu nach potenziellen Neuerwerbungen, wenn ich in Buchhandlungen bin. So habe ich am 30. Juli in Murnau in der Buchhandlung Gattner ein neues Buch entdeckt und nun durchgelesen. Es ist wieder ein Sachbuch geworden, denn ich habe gemerkt, dass ich Romane wirklich viel zu schnell durchlese und dies sonst zu teuer wird. Ich werde mich bei Romanen nur auf wenige auserwählte beschränken und mich wieder den Sachbüchern zuwenden. Schon beim Lesen vom Buch habe ich im Kopf mit der Rezension angefangen und daher auch zeitnah fertigstellen können. Hier ist sie:

Gutes wirtschaftstheoretisches Buch über Märkte

Als ich das Buch gekauft und angefangen habe zu lesen, hatte ich eine falsche Vorstellung vom Buch. Vom Untertitel „Bildung, Jobs und Partnerwahl: Wie Märkte funktionieren“ habe ich nur den ersten Teil bewusst aufgenommen und bin daher falsch an das Buch herangegangen und war daher am Anfang enttäuscht. Erst im Laufe des zweitens Kapitels wurde mir das Thema des Buches wirklich klar und ich habe mich darauf eingestellt.

In dem Buch „Wer kriegt was und warum?“ geht es um Märkte, die nicht auf Geld basieren. Am Anfang werden kurz Märkte erläutert, die auf verschiedene Dinge basieren, zum Beispiel sind dies beim Smartphonemarkt die Apps oder beim Kreditkartenmarkt die Anzahl der Händler, bei denen man zahlen kann. Am Ende des ersten Kapitels erklärt der Autor den Markt für Nierentausch und geht detailliert auf verschiedene Lösungen durch Marktdesign ein.

Im zweiten Kapitel werden verschiedene Arten von Marktversagen beschrieben und näher erläutert. Zum einen das Problem, wenn sich Teilnehmer des Marktes zu frühzeitig Angebote unterbreiten, wie zum Beispiel bei den Juristen, die Nachwuchs suchen oder bei Oberärzten, die neue Fachärzte suchen. Des weiteren die Probleme, wenn der Markt zu schnell wird, zum Beispiel beim Finanzmarkt, oder zu langsam wie beim Highschool-Zulassungssystem in New York. Zum anderen das Problem, wenn Märkte nicht Sicher oder Zuverlässig sind, wie zum Beispiel bei Internetmärkten.

Im dritten Kapitel geht es dann um die Lösungen, um die Marktdesign-Probleme zu beheben. Das erste Beispiel ist das Problem bei der Anstellung von amerikanischen Ärzten nach Abschluss ihres Medizinstudiums. Dieser Markt funktionierte aufgrund des Konkurrenzkampfes nicht, da die Angebote zu früh oder explodierend abgegeben wurden und daher das Matching selten passte. Die Lösung dazu wird vom Autor detailliert beschrieben. Das zweite Beispiel ist das Schulwahlsystem in New York. Auch hier funktionierte der Markt nicht und auch hier beschreibt der Autor detailliert die Lösung. Das Schulwahlsystem in Boston wird als drittes Beispiel nur kurz aufgeführt.
Zum Abschluss des dritten Kapitels geht es um Signale, also um Kommunikation, um die Chancen bei den Märkten zu erhöhen, sei es bei Bildung, Partnersuche oder Auktionen.

Das vierte Kapitel handelt von verbotenen und freien Märkten. Es werden Beispiele bei Märkten mit abstoßenden Transaktionen aufgeführt, bei denen Marktdesign helfen könnte, diese legal zu nutzen. Eine kurze Zusammenfassung vom Buch bildet dann den Abschluss.

Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mit dem Buch warm geworden bin, aber dann wurde es interessant. Wer einen Ratgeber erwartet oder erwartet zu erfahren, warum eine bestimmte Person eine bestimmte Stelle oder einen bestimmten Partner erhält, ist bei diesem Buch falsch. In diesem Buch geht es um Märkte, die ohne Geld funktionieren, also um Wirtschaftstheorie. Ein Nachteil vom Buch ist, dass es natürlich um Märkte in den USA handelt und so für mich etwas das Hintergrundwissen fehlt. 
Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

Mit dem Buch war ich relativ schnell durch. Knapp 2 Wochen für ein Sachbuch sind nicht schlecht. Am Anfang hat es sich etwas gezogen, aber als ich das Thema wirklich verstanden habe, war es sehr interessant. Am Freitag habe ich dann schon mit dem nächsten Buch angefangen: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Hararis. Das Buch ist sehr gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Mittlerweile habe ich die ersten 100 Seiten schon durch und musste sogar häufiger schmunzeln, da der Autor einen angenehmen Schreibstil hat und nicht so trocken ist wie andere Autoren. Das Buch hilft mir aber selbst bei meinem Buch, denn „Der unbekannte Planet“ werde ich wohl jetzt noch mal fast komplett umschreiben müssen. Wieder einmal….

Sonntag, 7. August 2016

Rezension zu „Ein Tanz mit Drachen“ von George R.R. Martin

Nach der Rezension gestern folgt heute die nächste. Ich habe mich schwer getan Band 9 und 10 zu trennen, schreibe aber nun für Band 10 etwas mehr.

Die Luft ist raus

Nach dem furiosen Band 6 kam es irgendwie zu einem Bruch. Die nächsten zwei Bände führten weitere Charaktere ein und obwohl Band 9 und 10 wieder die ursprünglichen Hauptfiguren beinhalten, mag der Funke bei mir nicht mehr überspringen. Es passiert kaum etwas, von dem man denken könnte, dass es die Geschichte groß beeinflussen wird. Sie dümpelt vor sich und ich hatte das Gefühl, dass sie sich wiederholt.

Einige interessante Stellen gibt es und das Buch ist zweifellos gut geschrieben, aber momentan wirkt es auf mich, als wollte der Autor die Geschichte viel ausschweifender erzählen als es eigentlich nötig wäre. Allerdings treibt er die Handlung dabei kaum voran. Was ist mit den Anderen, die seit Ewigkeiten erwähnt werden? Was ist mit Daenerys? Wann geht ihre Geschichte wirklich weiter? Band 10 konnte mich kaum fesseln und auch zum Schluss bei Jon Schnee wollte sich bei mir keine Spannung mehr einstellen und ich habe die Geschehnisse etwas teilnahmslos aufgenommen.

Die ersten sechs Bände waren sehr gut, aber dann hat es der Autor leider verpasst so weiterzuschreiben. Auch dieser Band bekommt nur 4 Sterne von mir.

Nun bin ich also mit den 10 Bänden durch, die veröffentlicht worden sind und muss nun auf den englischen Band 6 beziehungsweise dem deutschen Band 11 warten. Wird es noch dieses Jahr etwas werden? Mit dem deutschen wohl auf keinen Fall. Ich muss zugeben, dass bei mir jetzt aber auch die Luft etwas raus ist. Natürlich will ich wissen, wie das Buch weitergeht, aber nach den letzten 4 Bänden bin ich auch etwas enttäuscht von der Geschichte.

Wurde Stannis von den Boltons besiegt? Wieder nur so eine indirekte Erwähnung in ein paar Nebensätzen. Was soll das? Gerade so eine Schlacht fände ich sehr interessant. Was wird stattdessen beschrieben? Bei Daenerys immer dasselbe. Sie will nicht aus der Stadt weg, weil sie Angst um ihre Untertanen hat und das zieht sich jetzt schon eine Weile. Was sollte das mit Quentyn Martell? Für zwei Bände erwähnt und nun schon tot. Was soll uns das sagen? Auch die Geschichte von Arya zieht sich meiner Meinung nach etwas zu sehr in die Länge.

Und Jon Schnee an der Mauer? Viel passiert dort auch nicht und zum Schluss, als er niedergestochen wird, habe ich es etwas teilnahmslos aufgenommen. In den ersten sechs Bänden hätte ich noch anders darüber gedacht, aber gepackt hat mich diese Situation auch nicht. Ich finde Martin hat sich etwas verzettelt, zu viele Figuren eingebaut, die er nun alle erzählen will. Jetzt heißt es warten auf Band 11 und hoffen, dass es dann wirklich besser wird. Warum er für den fünften englischen Band so viele Jahre gebraucht hat, kann ich nicht nachvollziehen, da nicht wirklich viel passiert.

Ich werde nun „Wer kriegt was und warum? Von Alvin E. Roth weiterlesen. Dem Buch stehe ich mittlerweile etwas positiver gegenüber, sollte aber langsam auch eine Rezension vorbereiten, wenn der Eindruck noch frisch ist. Momentan bin ich auf Seite 114 von 281, könnte also auch bald fertig werden.

Samstag, 6. August 2016

Rezension zu „Der Sohn des Greifen“ von George R.R. Martin

Nun ist es schon einige Tage her, dass ich den neunten Band von „Das Lied von Eis und Feuer“ durchgelesen habe, aber erst jetzt komme ich dazu die Rezension dazu zu schreiben. Auch dieses Mal tue ich mich mit einer Rezension schwer, genauso wie mit dem zehnten Band, den ich auch schon durchgelesen habe.

Die Geschichte zieht sich

Nach den zwei Bänden 7 und 8 sind nun wieder die bekannten Charaktere aus den ersten sechs Bänden mit dabei und sofort wird die Geschichte wieder etwas interessanter. Allerdings liegt die Betonung auf „etwas“, denn mittlerweile zieht sich die Geschichte ganz schön.

Wieder werden einige neue Charaktere eingeführt, bei denen man sich fragt, ob sie wirklich eine wichtige Rolle spielen werden. Auch fehlt mir in diesem Band die Action. Vielleicht wird auch wieder alles für die zweite Hälfte des fünften Bandes des englischen Originals, also Band 10 im Deutschen, vorbereitet. Aber im Gegensatz zu Band 1-6 baut sich bei mir keine Spannung auf.

Etwas besser als Band 5 und 6 ist dieser Band, daher bekommt er von mir 4 Sterne.

Die Rezension von Band 10 wird bald folgen, danach heißt es warten, dass George R.R. Martin endlich Band 6 fertigschreibt.

Freitag, 5. August 2016

Siebte Rezension zu “Schlaflos”

Nachdem ich nach der Neuveröffentlichung von “Schlaflos – Die Leiden eines jungen Mannes” einige Rezensionsexemplare verteilt habe, habe ich auch einige Rezensionen erhalten. Unter anderem sechs bei Amazon und 4 bei Lovelybooks.

Diese Woche kam dann eine weitere Rezension dazu, wieder mit 4 Sternen. Die Überschrift und das Fazit sind:

„Ein Buch, das man nicht an jeder Ecke findet“ 

“An manchen Stellen zähflüssig durch den fast immer gleichen Tagesablauf des Protagonisten, aber mit emotionalen Ereignissen und bildlichen Beschreibungen für alle, die gerne Geschichten im Tagebuchstil lesen. Angenehm auch, das man es wegen den kurzen Abschnitten auch schnell mal wieder beiseite legen kann und somit auch in kurzen Pausen immer wieder etwas weiterlesen kann.”

Die vollständige Rezension gibt es natürlich bei Amazon, aber auch im Blog der Rezensentin. Für die Rezension bedanke ich mich recht herzlich bei Suhani. Schaut doch auch mal bei ihrem Blog vorbei.

Ich hoffe noch, dass auch noch die 4 Leser, die das Buch bei der Verlosung bei lovelybooks.de gewonnen haben, eine Rezension schreiben. Wobei ich denke, dass 7 Rezensionen für ein Self-Publishing-Buch nicht so schlecht sind.

Apropos Rezensionen. Mittlerweile habe ich auch Band 10 von „Das Lied von Eis und Feuer“ durchgelesen und muss dazu auch noch eine Rezension schreiben. Ich war allerdings erst vier Tage im Urlaub und bin da natürlich nicht zum Schreiben gekommen und die letzten zwei Abende auch nicht so wirklich enthusiastisch. Nun möchte ich sie aber endlich fertig schreiben. Das nächste Buch habe ich auch schon angefangen. Von Alvin E. Roth „Wer kriegt was und warum? So richtig angetan bin ich davon allerdings nicht. Momentan würde ich 2 Sterne vergeben. Nun muss ich mich aber an die anderen zwei Rezensionen machen.

Dienstag, 26. Juli 2016

Kaffeekränzchen am Sonntag #2

Jetzt habe ich tatsächlich den zweiten Sonntag im Juli verpasst, wollte aber doch an der Aktion von Kathi von Kathis-Buchplauderei und Kathy von Bücher lieben und erleben teilnehmen. Aber besser spät als nie.

Das heutige Thema: Du und dein SuB

Die Fragen:
  1. Wie hoch ist dein SuB?
  2. Liebst du deinen SuB oder hasst du ihn?
  3. Welches Buch liegt am längsten auf deinem SuB?
  4. Was tust du, um deinen SuB abzubauen?
  5. Wie entscheidest du welches Buch als nächstes gelesen wird?
Meine Antworten:
  1. Momentan bin ich bei 10 Büchern, die ich noch lesen möchte. Einige habe ich schon angefangen, dann zur Seite gelegt, um andere anzufangen. Ich habe mir aber vorgenommen, die 10 auch zu lesen. Andere Bücher, die ich abgebrochen habe, aber nicht mehr lesen werde, zähle ich nicht zu meinem SuB.
  2. Ich mag ihn. Er ist zwar zweistellig, aber dafür, dass ich so wenig Zeit habe, um zu lesen, wird er zumindest nicht mehr. Im Urlaub hoffe ich, dass ich 1-2 Bücher lesen kann.
  3. Das ist „Verwüstung“ von Peter Englund. Ein Buch über den 30-jährigen Krieg. Es ist ein interessantes Thema, zu dem ich gerne mal wieder etwas lesen möchte. Allerdings kamen immer Bücher zu aktuellen Themen dazwischen.
  4. Ich kaufe momentan kaum Bücher. Zwar schaue ich schon in den Buchhandlungen nach Büchern, kaufe aber nur, wenn mich das Buch wirklich interessiert. Zwar habe ich in letzter Zeit die ersten neun Bände von „Das Lied von Eis und Feuer“ gelesen, aber nach dem zehnten Band ist dann ja erst einmal Pause und Zeit mein SuB abzubauen. Auch wenn ich wieder daran denke, Romane zu kaufen, um weiter an meinem eigenen Schreibstil zu arbeiten.
  5. Das entscheide ich komplett aus dem Bauch heraus. Ich schaue mir die Bücher an, die auch alle nebeneinander im Regal stehen, und ziehe dann eins raus.

Das war es zu diesem Kaffeekränzchen. Das nächste startet wohl am 14. August.

Montag, 25. Juli 2016

Bürokratieabbau in der Türkei

Mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass der angebliche Putschversuch entweder von Erdogan selbst geplant war oder er frühzeitig davon gewusst hat. Wusste er davon, hat er ihn so manipuliert, dass dieser einfach dilettantisch ausfallen musste. Ich gehe aber davon aus, dass er ihn selbst geplant hatte, um Feinde auszuschalten und seine Macht auszubauen.
In den letzten Tagen hat er in den Verwaltungen ganz schön aufräumen lassen. 

Universitäten, Gerichte, Ministerien, 60000 Mitarbeiter wurden mittlerweile entlassen und hunderte ins Gefängnis gesteckt. Akademiker dürfen nicht mehr ins Ausland oder müssen wieder zurückkehren. Zeitungen mussten schließen, Funklizenzen wurden gekündigt und die Armee weiter auf Kurs getrimmt. Private Bildungseinrichtungen wurden auch geschlossen, aber wer braucht schon Bildung. Die türkische Wirtschaft freut sich sicherlich über Fachkräfte aus Syrien.

Laut Erdogan steckt die Parallelorganisation Gülen hinter dem Putschversuch und 60000 Entlassungen sprechen für sich. Allerdings sieht dies auch etwas seltsam aus. Wenn Gülen so mächtig war, warum war das so ein winziger dilettantischer Putschversuch? Ein paar Brücken und Fernsehsender besetzt und das mit nur wenigen Soldaten. Und diese Soldaten? Die meisten waren wohl einfache Rekruten, die gar nicht an einen Putsch gedacht haben, sondern wohl an eine Übung glaubten.

Was macht Erdogan? Er schafft sich neue Feinde und sorgt für Unsicherheit in der Türkei. Die Niederschlagung des Putsches sorgte zwar für Einigkeit, aber damit könnte es vorbei sein, wenn die wirklichen Hintergründe ans Licht kommen. Wer glaubt denn daran, dass es ein Militärputsch war, mit dem Ziel Erdogan zu stürzen? Die 60000 werden bestimmt keine Freunde von Erdogan werden und sollte den Rekruten etwas geschehen, kann auch die Stimmung in der Armee wieder umschlagen.

Warum hat Erdogan diesen Putsch in die Wege geleitet? Er hat wohl immer noch Angst vor Gülen und will diese Organisation endgültig ausschalten. Es ist sein letzter ernstzunehmender Gegner und der letzte Stolperstein auf dem Weg zur Autokratie. Auf seinen internationalen Ruf legt er schon lange keinen Wert mehr und droht selbst den USA. Will er sich wieder Russland andienen? Oder glaubt er, dass er neutral bleiben kann? Die anderen würden ihn vielleicht lassen, aber sein Ego steht ihm dabei im Weg. Alleine ist er zu schwach und er wird früher oder später in diesem Spiel verlieren.

Bleibt die Hoffnung, dass das eher früher als später passiert, denn wirklich gut geht es der Türkei wirtschaftlich immer noch nicht. Natürlich ging es einige Jahre bergauf, allerdings ist das Fundament nicht unbedingt fest. Der Tourismus ist eingebrochen und wenn dann auch noch Investitionen ausbleiben, könnte es hart werden. Die Handelsbilanz ist negativ und wenn die Konjunktur einbricht, werden die Menschen unzufrieden. Und kann sich das Verhältnis zu Russland so stark verbessern, dass Russland den Westen als Handels- und Bündnispartner ersetzen kann? Wohl kaum. Die zwei Piloten, die damals den russischen Kampfflieger abgeschossen hatten, wurden nun festgenommen. Komisch, wie sich doch der Wind drehen kann.

Passen Putin und Erdogan zusammen? Auf dem ersten Blick ja, denn beide sind sich ähnlich und wollen eine ähnliche Macht in ihrem Staat. Nur wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, könnte es interessant werden. Beide neigen nicht dazu, sich zurückzunehmen und nur, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen, so wie Erdogan momentan, machen sie einen Rückzieher.

Es gibt Theorien (http://www.danisch.de/blog/2016/07/24/der-letzte-warnschuss-der-usa/ oder https://kenfm.de/willy-wimmer-putsch-tuerkei/), die besagen, dass die USA hinter dem Putsch stecken. Muss ja auch so sein. Die USA sind an allem Schuld und sind auch ohne mit der Wimper zu zucken bereit, 60000 Menschen zu opfern, nur damit die Türkei sich nicht an Russland annähert. Und es ist auch faszinierend, was man den Amis alles zutraut. Häufig heißt es, dass die Amis strunzdumm sind und von der Welt keine Ahnung haben, aber dann sollen sie doch alles steuern können. Nur an Russland und China scheinen sie sich die Zähne auszubeißen. Die Theorie finde ich etwas billig, aber die USA müssen für so etwas ja immer herhalten.

Eine Theorie wäre noch, dass Putin diesen Putsch geplant hat, um Erdogan zu zeigen, dass der Westen nicht hinter ihm steht, sondern sich die Türkei an Russland halten sollte. Außerdem war es ein Wink, dass Russland die Türkei destabilisieren könnte. Oder es war ein Hilfe für Erdogan, um endlich noch mehr Gülen-Anhänger ausschalten zu können.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Werden die Türkei und Russland zueinanderfinden? Kehrt in der Türkei wieder Ruhe ein? Bleibt Erdogan an der Macht und kann er sie weiter ausbauen? Es bleibt interessant.

Samstag, 23. Juli 2016

Fünfter Lauf der Oberland Challenge 2016

Eigentlich wollte ich gestern Abend noch einen Blogeintrag über die Türkei veröffentlichen, aber nachdem die Meldungen über den Amoklauf in München rauskamen, habe ich davon Abstand genommen. Einen Artikel, der mit dem Amoklauf zu tun haben wird, werde ich sicherlich noch veröffentlichen. Da möchte ich aber noch 1-2 Tage warten, falls ich noch Interessantes bis dahin erfahre. Den Artikel über die Türkei veröffentliche ich dann auch Montag oder Dienstag. Heute kommt erst einmal der Beitrag über meinen Wettkampf heute.

Den vierten Lauf am 25.06. habe ich ausfallen lassen, da an dem Tag mein Sohn Geburtstag hatte. Somit hatte ich 6 Wochen Wettkampfpause, in der ich aber weniger trainiert habe als gehofft. Dafür bin ich mehr Fahrrad gefahren, was ja auch nicht so schlimm ist.

Heute stand also der fünfte Lauf auf dem Programm, der Hohenburger-Schloß-Lauf, ein Cross-Lauf in Lenggries. Vor zwei Jahren bin ich den das erste Mal mitgelaufen, letztes Jahr musste ich ihn nach meinem Unfall ausfallen lassen. Es ist ein schöner Wettkampf und so machte ich mich entspannt am späten Vormittag auf dem Weg. Die Woche über war es meistens zu heiß zum trainieren, aber Dienstag war ich wieder radeln. Gestern hatte es abends gewittert und geregnet und die Wettervorhersage für heute sagte am Vormittag nur Bewölkung, nachmittags dann Regen vor. Es war dann allerdings doch ziemlich warm und schwül, so dass ich schon beim Warmlaufen ins Schwitzen kam. Erst zum Schluss zog es etwas zu. 

Beim Start stellte ich mich relativ weit vorne auf, weiter vorne als sonst. Dadurch kam ich auch gut los und konnte beim ersten kleinen Anstieg schon einige überholen. Vor mir sah ich eine Läuferin, die ich in Geretsried kurz vor dem Ziel noch überholt habe und wollte mich an sie ran hängen. Die anderen, die ansonsten meine „Pacemaker“ gewesen wären, waren alle hinter mir. Die kleine 2 km Runde ging ganz gut und ich blieb in Reichweite des Duos vor mir. Auch den erneuten Anstieg kam ich gut hoch, auf der kleinen Geraden vergrößerte sich aber der Abstand. Danach folgte der große Anstieg und dieser war steiler und länger als ich in Erinnerung hatte. Dank des gestrigen Regens war der Untergrund auch matschig und so musste ich frühzeitig vom Laufen ins Gehen wechseln, wurde aber dennoch nicht überholt. Oben angekommen war das Duo dafür weit weg.

Nach einem kurzen Stück abwärts folgte die Gegensteigung und bei der langen Strecke bergab holte mich dann ein Läufer ein und nebeneinander liefen wir die nächsten Meter bergab. Auf der Geraden bekam ich allerdings Seitenstechen und so musste ich ihn ziehen lassen, genauso den Läufer, der mich circa 1 km vor dem Ziel überholte. Ich riss mich dann noch zusammen und kam nach 39:10 Minuten ins Ziel. Nach einigen Getränken und einem Stück Kuchen setzte ich mich ins Auto und fuhr heim. Dort schaute ich nach, wie schnell ich vor 2 Jahren gewesen war und habe die Zeit damals von 41:19 Minuten habe ich heute um 2 Minuten verbessert. Zwar bin ich damals den langen Anstieg besser hochgekommen, dafür bin ich heuer am Anfang und auch die lange Strecke bergab schneller gewesen. Mit der Zeit bin ich also sehr zufrieden.

Der nächste Wettkampf ist am 3. September der Gaißacher Berglauf, ein Lauf, den ich bis jetzt noch nie mitgelaufen bin. Wird also eine Premiere werden.  

Nun muss ich mich noch an die zwei Blogeinträge fertigstellen, eine Rezension über „Der Sohn des Greifen“ schreiben, das ich gestern durchgelesen habe, und endlich auch meinen Bericht über die Pfaffenwinkelrundfahrt zu Ende schreiben…

Samstag, 16. Juli 2016

Putschversuch in der Türkei

Was waren das gestern für Nachrichten. Langsam trudelten über Twitter News rein, die mich überraschten. Anscheinend nicht nur mich, denn bis es wirklich Nachrichten gab, dauerte es eine Zeit. In Istanbul und Ankara haben Militärs verschiedene Stellungen besetzt und einen dilettantischen Putschversuch gestartet. Dieser wurde dann auch noch in der Nacht so gut wie niedergeschlagen. 1960 und 1971 gab es schon mal erfolgreiche Militärputschs, aber dieser war zum Scheitern verurteilt. Zwar ist Erdogan nicht überall beliebt, aber diesmal stellte sich die Bevölkerung und auch die Opposition geschlossen gegen das Militär. Auch sieht es so aus, als wären nur wenige Einheiten am Putsch beteiligt und daher bleiben einige Fragen offen.

War ein größerer Putsch geplant? Und wenn ja, warum haben nicht mehr Einheiten oder Soldaten geputscht? Hatten die Geheimdienste doch Wind bekommen und schon vorher eingegriffen, um den Putsch klein zu halten? Haben mögliche Putschisten Angst bekommen und haben nicht eingegriffen?

War es ein wirklicher Putschversuch? Oder war es nur eine Nebelkerze von Erdogan oder Verbündeten? War es nur ein Testballon von Hintermännern, die sehen wollten, wie Erdogan, die Türkei oder die Welt reagiert?

Klar ist nur, dass Erdogan nun wieder hart durchgreifen wird. Erst vor kurzem waren die Akademiker dran, die zu Hunderten entlassen worden waren. Nun folgen Soldaten und teilweise auch sehr ranghohe Offiziere. Außerdem werden Richter und weitere Personen des Justizapparates festgenommen oder abgesetzt, alle unter dem Vorwand am Putsch beteiligt gewesen zu sein. 

Insgesamt betrifft es wohl fast 20% der Richter. Wenn es so viele waren, stellt sich die Frage, warum er so schlecht ausgeführt war. Nur an zwei Standorten, in Istanbul und Ankara, kam es wirklich zu einem Putsch und auch dort wurden nur wenige strategisch wichtigen Positionen besetzt. Aus anderen Städten waren nur regierungsfreundliche Demonstrationen zu sehen. Das Ganze riecht doch sehr nach einer Inszenierung.

Verantwortlich für Erdogan ist mal wieder Fethullah Gülen, seit 2013 sein Erzfeind und Sündenbock. Ob Gülen wirklich der große Strippenzieher war ist noch nicht sicher und ich wage es zu bezweifeln. Ich denke, dass Gülen zu einem größeren Putsch in der Lage wäre, diesen aber nicht durchführt, da er auch nicht hundertprozentig zum Erfolg führen würde und zu viele Verluste bedeuten würde.

Hier geht es wohl eher darum, dass Erdogan sein Volk wieder zusammenschweißen möchte, was auf dem ersten Blick auch erfolgreich war. Er möchte die Bevölkerung hinter sich vereinen und wieder Stärke zeigen. Anscheinend stand er doch etwas unter Druck, sonst hätte er nicht zu solchen Mitteln gegriffen. Es sollte aber schon länger klar sein, dass er über Leichen geht.

Zuerst war ich mir unsicher, ob ich dem Putsch Erfolg wünschen sollte oder nicht. Nach einer kurzen Phase des Nachdenkens hoffte ich aber auf ein Scheitern, auch wenn ich Erdogan nicht mag. Allerdings denke ich nicht, dass es nach einem Militärputsch besser sein würde. Dies war nach den anderen auch nicht der Fall. Klar steht das Militär in der Türkei immer für einen laizistischen Staat, wie Atatürk ihn gegründet hatte, und in Opposition zu einem islamischen Staat. Allerdings wäre mit dem Militär auch kein Frieden mit den Kurden möglich und ob in einer Militärdiktatur Meinungs- und Pressefreiheit herrschen würde, wage ich zu bezweifeln.

Nun wird Erdogan auf alle Fälle hart durchgreifen und die Situation für viele Menschen in der Türkei sich verschlechtern. Auf Nachsicht oder Milde darf man bei ihm nicht hoffen. Und dieses Geschenk Gottes wird er annehmen, um Feinde auszuschalten und seine Macht zu vergrößern. Und das ist eine schlechte Nachricht.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Respice post te, hominem te esse memento

„Sieh dich um; denke daran, dass auch du nur ein Mensch bist!“ oder vielleicht auch „Etrafına bak; Sadece insan olduğunu unutmayın!”. Wenn der Google Übersetzer stimmt.

Gestern, auf dem Weg zur Arbeit, musste ich an diesen Satz denken, denn Montag Abend habe ich auf SPON mal wieder einen Artikel über Erdogan gelesen. (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/tuerkei-wie-erdogan-gegen-kritiker-an-universitaeten-vorgeht-a-1101485.html)

Ich habe ja schon häufiger über Erdogan geschrieben und bin daher nicht wirklich überrascht gewesen. Ein Mensch, der so empfindlich auf Kritik und Widerrede reagiert, ist ein schwacher Mensch. Jemand, der an sich selbst glaubt, kann doch auf solche Dinge anders reagieren, aber Erdogan kann es nicht. Tief im Inneren ist er immer noch der Schiffersjunge, der allen zeigen will, was für ein toller Mann er ist. Davon zeugt auch sein Palast, der dritte Flughafen und vieles mehr. Er will für alle Ewigkeit berühmt sein, als größter Staatsmann in die Geschichte eingehen.

Und da kann er natürlich Kritik und Widerworte nicht gebrauchen. Bei uns würde man über manche Kritik wahrscheinlich lächeln, vielleicht auch einfach nur ignorieren. Erdogan aber verfolgt so etwas aufs Schärfste, sieht aber nicht, was er gerade in der Türkei anrichtet. Die Kurden, die schon fast „befriedet“ waren, kämpfen nun wieder gegen den Staat, der sie seit einiger Zeit wieder unterdrückt. Die Daesh wenden sich gegen die Türkei, nachdem Erdogan sie zuerst geduldet hat. Viele Akademiker und andere Personen sehen, was passiert, äußern Kritik und sollen dafür bestraft werden. Doch will Erdogan alle Akademiker entlassen, die nicht seiner Meinung sind?

Wirtschaftlich ging es unter Erdogan wirklich bergauf, aber seit er Präsident ist und noch mehr Macht will, verliert er komplett die Bodenhaftung. Er versucht seine Macht zu festigen, seine wahren und vermuteten Feinde auszuschalten und entzweit so seine Gesellschaft. Kann dies ewig so weitergehen? Nein, ich denke nicht. Erdogan sollte sich langsam wieder besinnen, dass er sein Volk braucht, dass er auch internationale Unterstützung braucht, gerade aus der EU und Deutschland. Sollte er weiter das Besuchsrecht für deutsche Politiker bei deutschen Einheiten in der Türkei verweigern, könnte Deutschland diese Truppen abziehen und die Beziehungen weiter einfrieren. Noch wird die Türkei als „Bollwerk“ gegen Flüchtlinge gebraucht, aber Erdogan sollte sich trotzdem nicht so sicher sein. Irgendwann ist die rote Linie überschritten und Merkel mag es gar nicht enttäuscht zu werden. Und die Hochschulen? Will er dort nur willfährige Leute einsetzen? Damit ruiniert er doch nur die Bildung. Wenn er denn noch westliche Bildung will oder nutzt er nun die Gelegenheit, um die Unis religiös anzuhauchen? Ich hoffe, dass noch mehr Türken sich Erdogan widersetzen. Alle einsperren kann er nicht und wenn alle entlassen sind, wird die Unruhe weiter steigen. Es wird Zeit, dass er auf den Boden der Tatsachen zurückkommt. Er ist kein Sultan, sondern ein demokratisch gewählter Präsident in der Neuzeit. So sollte er sich auch verhalten.

Montag, 11. Juli 2016

Rezension zu „Die dunkle Königin“ von George R.R. Martin

Vorgestern in der Mittagspause habe ich den achten Band durchgelesen und mich daher gleich in der Nacht an die Rezension gemacht und vorhin fertiggestellt. Diesmal wollte ich nicht so lange warten wie beim letzten Band, auch wenn mir die Rezension wieder schwerfällt, denn auch mit diesem Band bin ich nicht richtig warm geworden.

Es bleibt die Hoffnung auf wieder bessere Bände

Im englischen Original gehört dieser achte Band zum siebten Band dazu und daher beinhaltet er auch die gleichen Charaktere. Das bedeutet, dass die bekannten Protagonisten fehlen und die Neueingeführten dominieren.

Spannend ist das Geschehen um Cersei, der Rest ist für mich nur Geplänkel. Ob es für die spätere Geschichte von Bedeutung ist, kann ich noch nicht beurteilen. Einen Minuspunkt gibt es für die Geschichte von Brienne. Warum wurde sie in Band sieben und acht so hervorgehoben? Und warum wird die Reise von Samwell so breitgetreten? Das gleiche lässt sich auch von Arya\Katz sagen. Wirklich spannend finde ich es nicht.

Nach dem Durchlesen dieser beiden Bände bin ich der Meinung, man hätte das meiste auch weglassen können oder über 100-200 Seiten an einen anderen Band anhängen können. Für mich sind Band sieben und acht definitiv bis jetzt die schlechtesten Bände. Ob man sie allerdings auslassen kann, wage ich zu bezweifeln.

„Die dunkle Königin“ bekommt von mir auch nur 3 Sterne.

Gestern Mittag habe ich dann mit Band neun, „Der Sohn des Greifen“, angefangen und die ersten 246 Seiten schon gelesen. Bis jetzt ist das Buch deutlich besser als die letzten zwei Bände. Allerdings muss ich zugeben, dass ich Tyrion nun wieder unsympathischer finde. Irgendwie gab es da ein Bruch, denn momentan geht er mich etwas auf den Keks. Das wird hoffentlich wieder besser.

Nächstes Wochenende werde ich kaum Zeit zum Lesen haben, da ich Samstag arbeiten muss und Sonntag die Pfaffenwinkelrundfahrt ist. Dafür gibt es auf der Homepage vom Radsportverein http://hoehenmeterhelden.de/ unter Galerie 2016 zwei Berichte von mir. Ein weiterer wird dann wohl nach der Fahrt am Sonntag folgen.